Von der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Dr. Kornelius Kupczik in Düsseldorf

  • welche kognitiven Fähigkeiten machen eine Jagd erfolgreich?
  • Zur Form und Funktion des Kauapparats – wie kommt Beisskraft zustande und wie wirkt sie sich auf das Fress- und Sozialverhalten aus

    Sonntag, 12. März 2017 von 9.30 – 16.30 Uhr
     / Teilnahme 95,- €  / beide Tage (Sa/So) je 90,- €

Dr. Kornelius Kupczik: 
Wie kommt die Beißkraft zustande – Zur Form und Funktion des Kauapparates beim Hund
Beißkraft ist ein Faktor, der sich maßgeblich auf das Fress- und Sozialverhalten bei Wirbeltieren auswirkt. Sie kann als Leistungsmerkmal angesehen werden, das direkt mit der evolutionären Fitness eines Individuums verknüpft ist. Der Hund stellt durch seine große Variabilität in Körpergröße und Schnauzengeometrie einen idealen Modellorganismus dar, um eben diese und andere Einflussfaktoren auf die Beißkraft zu untersuchen.

– Die Beißkraft bei Hunden
Die Höhe der Beißkraft bei Hunden ist ein viel diskutiertes Thema, aber experimentell erhobene Daten liegen kaum vor.
Ich werde aktuelle Ergebnisse einer Beißkraftstudie an ausgewählten (großen) Hunderassen präsentieren.
Wir gehen im Rahmen dieser Studie folgender Frage nach: wie hoch fällt die Beißkraft in Abhängigkeit von
– Rasse,
– Körpergröße,
– Geschlecht und
– anderen biometrischen Variablen aus?

– Die Kaumuskulatur 
Die Beißkraft ist das Ergebnis aus dem Zusammenspiel zwischen dem sich schließenden Unterkiefers und der Kaumuskulatur.
Eine der zentralen Fragen ist:
– wie ist die Kaumuskulatur beim Hund aufgebaut und
– wie unterscheidet sie sich von der des Wolfes als Urahnen des Hundes?

– Die Bezahnung
Das Gebiss des Hundes und seiner nächsten Verwandten aus zoologischer Sicht.
– Wie entwickeln sich Zähne und welche Fehlbildungen gibt es?
– Was hat es mit dem Fehlen von Zähnen auf sich?

Dr. Udo Ganslosser

welche kognitiven Fähigkeiten machen eine Jagd erfolgreich?

– Bildung von geistigen Landkarten
– Bewältigung von Umwegaufgaben
– Ortsgedächtnis
– Einhaltung nahezu geometrischer Verteilungsmuster beim Einkreisen eines Beutetieres
– Besonderheiten als Anpassungen an das Aufspüren und Verfolgen von Beute in der Dämmerung

Referenten:

Dr. Kornelius Kupczik ist Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und Privatdozent an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Als Zoologe und biologischer Anthropologe forscht er auf dem Gebiet der Funktionsmorphologie des Kauapparates (Zähne, Schädel und Muskeln) bei Säugetieren.

Dr. Udo Ganslosser, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und verständliche Weise über die kognitiven Fähigkeiten des Hundes aus biologischer Sicht referieren.