Von der Tierärztekammer Schleswig Holstein und Niedersachsen als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Abendvortrag mit Thomas Baumann und Dr. Udo Ganslosser in Düsseldorf

Beschäftigung für den Familienhund

Erhöhung der Lebensqualität bei Hunden durch individuellen und gezielten Einsatz motivierender Beschäftigungsmodelle 

Mittwoch, 11. Oktober 2017 von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €

Die Wahl des richtigen Beschäftigungsmodells ist zweifelsfrei eines der Kernelemente einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung.
Ob Erziehung, Ausbildung, Therapie oder ganz einfach nur ein glückliches Miteinander, ohne eine zielgerichtete Beschäftigung kann das Leben eines Hundes letztlich nur trist und fade sein.
Doch nicht immer MÜSSEN Beschäftigungsmodelle sein. Nicht jeder Familienhund BRAUCHT im Zusammenleben mit seinen Menschen eine zusätzliche Beschäftigung. Und wenn schon eine sinnvolle Beschäftigung, dann sollte diese den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des Vierbeiners angepasst werden.

Thomas Baumann:

– Soziale Motivationsformen
– Bindung und Beziehung
– Beute-, objektbezogene Motivationsformen
– Nahrungsbezogene Motivationsformen
– Longier-Training – die fünf Vorteile
– Handfütterung als Beschäftigungsmodell
– Futterbeutel – Aufbau ohne Beutereize
– Zielobjektsuche ZOS / Gegenstandssuche
– Solitär-Beschäftigungsmodelle

Wird unseren Familienhunden ein bestimmtes Beschäftigungsmodell pauschal „übergestülpt“, kann dieser Umstand sogar die Lebensqualität eines Hundes reduzieren.
So werden viele Vierbeiner durch übertriebene Beute- bzw. Objektspiele immer wieder sinnlos gepuscht und im Einzelfall bis zu psychischen und organischen Erkrankungen getrieben.
Ball-Junkies werden „produziert“, die am Ende durchaus mit Alkoholikern verglichen werden können.
Eine nicht dosierte Spiel- und Beutearbeit zählt deshalb zu den häufigsten, stressbedingten „Krankmachern“ unserer vierbeinigen Sozialpartner.
Aber auch mit einer übertriebenen „Leckerli-Motivation“ richten viele Hundehalter und auch Hundetrainer, ohne dies zu bemerken, Schäden an.
Insbesondere dann, wenn das soziale Miteinander dadurch für den Hund nebensächlich wird und er nur noch „funktioniert“, wenn Gegenleistungen ausreichend mit Leckerli honoriert werden.
Der Mensch als lebender Futterautomat hat in den vergangenen Jahren die Mensch-Hund-Beziehung mehr und mehr charakterisiert.
Vortrag und Seminar zu den Themen Auslastung und Beschäftigung schaffen eine deutliche Transparenz zu diesen Problemen und zeigen selbstverständlich Wege, wie man es einfach besser machen kann.

Dr. Udo Ganslosser
Jeder Hund hat ein oder mehrere Hobbies. Sie zu finden und zu bedienen ist die wichtigste Aufgabe beim Erstellen eines sinnvollen individuellen Beschäftigungskonzeptes.

Zunächst ist aber das wichtigste Hobby eines Hundes „Hund sein“. Und das heißt ca 18 h/24 Tag ruhen und schlafen.

Der Rest teilt sich auf auf einige Stunden einfach nur Herumschlendern, Schnuppern und Erkunden, also Spazierengehen ohne großes Programm, ca 2,5 h soziales Miteinander, und maximal 1,2 – 1,5 h für den gesamten Funktionskreis Nahrung.

Das in Labor- und Zootierhaltung längst übliche Konzept der funktionellen Substitution besagt, daß die Handlungen aus dem arteigenen Verhaltensrepertoire auch unter künstlichen Haltungssystemen irgendwie simuliert werden sollten. ABER: Viel wichtiger als das Abspulen mnöglichst großer Teile des Verhaltensrepertoires ist der selbstbestimmte ERFOLG der Handlung am Ende.

Nur die ERFOLGREICHE Endhandlung beendet sinnvoll eine Verhaltenskette.

Und dieser Erfolg muß eben ggf simuliert werden wenn die eigentliche Endhandlung nicht gesellschaftsverträglich ist.

Denn die hundegerechteste Form der Hundehaltung wäre täglich mehrmals heftig zusammen mit dem Menschen über den Gartenzaun mit dem Nachbarn streiten, diesen ab und zu mal vertreiben, ein oder mehrere menschliche und/oder hundliche Kleinkinder gemeinsam aufziehen, und schnüffelnd und markierend gemeinsam mit dem Menschen durch die Gegend zu streifen.

Referenten:

Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch sowie Gastvorlesungen an anderen Instituten durch, übernimmt Beratungstätigkeiten für Zoos, Tierparks und Tierheime, Fortbildungsveranstaltungen und Publikationsbetreuung. Dr. Ganslosser ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.

Der Verhaltensexperte Thomas Baumann ist Autor mehrerer Fachbücher und seit vielen Jahren speialisiert im Umgang mit schwierigen Hunden. Seine leidenschaft gehört dabei analytischen Komplexen, die sich sowohl auf das Konfliktverhalten des Hundes, als auch auf die jeweilige Mensch-hund-beziehung beziehen. Zusammen mit seiner Frau Ina gründete Thomas Baaumann die Tierschutzorganisation Dogworld Stiftung