MAI

Wochenendseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Dr. Adam Miklosi in Düsseldorf

Wie Hunde Problemen lösen: 

– Verhalten und Kognition

– soziale Intelligenz, Spielkommunikation, Stimmungsübertragung  

  1. / 6. Mai 2018
  2. Mai  10 – 17 Uhr / 6. Mai 9.30 – 16.30 Uhr / Teilnahme 190,- € incl. 19 % MwSt

Dr. Adam Miklosi: Wie Hunde Probleme lösen: Verhalten und Kognition / neueste Forschungsergebnisse
Denken – oder lateinisch „Kognition“ ist ein umstrittenes Konzept in der Verhaltensbiologie.
Das Problem ist noch komplizierter im Falle des Hundes, denn häufig berichtete man ohne wissenschaftliche Beweise über „sprechende“, „lesende“ oder „zählende“ Hunde.
In den meisten Fällen konnte man aber diese Fähigkeiten nach gründlichen Untersuchungen nicht mehr dem Hund zuschreiben.
In diesem Seminar werden wir über die modernen Forschungsergebnisse von den letzten Jahren sprechen, wobei sich herausstellt, dass die Hunde während der Interaktion mit der Umwelt komplexe Denkprozesse zeigen.

Es ist oft sinnvoll, dass man zwischen der
– physischen (ökologische) und der
– sozialen Umwelt unterscheidet.

Wir könnten annehmen, dass Hunde den Wölfe ähnlich kognitive Leistung zeigen sind, wenn es um ihre Problemlösungsfähigkeiten in physischer (ökologische) Umwelt geht.
Doch im Verhältnis zur sozialen Umwelt können große Unterschiede auftreten.
Es wird veranschaulicht, wie Hunde im Raum sich orientieren und Objekte geistig repräsentieren und wie sie unterschiedliche physikalische Probleme lösen.
Wir werden auch probieren solche Konzepte, wie z. B. Selbsterkennung oder Wunschvorstellungen zu objektivieren und zeigen, wie man solche Fähigkeiten bei Hunden erforschen kann.

 

Dr. Udo Ganslosser:  soziale Intelligenz, Spielkommunikation, Stimmungsübertragung
Auch im Bereich des sozialen Zusammenlebens spielen kognitive Prozesse eine Rolle.
Kognition wird ja im allgemeinen so definiert daß ein Lebewesen im Gehirn eine sog. innere Repräsentation verschiedener Situationen, Sozialpartner oder Gebiete haben, und zwischen diesen durch „rein geistige Leistung“, also gewissermaßen gedanklich Verknüpfungen herstellen kann.

Im sozialen Bereich gehören dazu, in Bezug auf Hundeartige, beispielsweise
– die Kommunikation über Spielabsichten („alles nur Spiel“)
– die Erkenntnis der Glaub(un)würdigkeit („Wer einmal lügt dem glaubt man, aber irgendwann eben nicht mehr“)
– Stimmungseinschätzung („dem gehts gerade dreckig, um den muß ich mich kümmern…“) uvam.
zu diesen sozialen Erkenntnisfähigkeiten werden wir Beispiele aus neueren und klassischen Studien vergleichen

REFERENTEN:
Dr. Udo Ganslosser, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch sowie Gastvorlesungen an anderen Instituten durch, übernimmt Beratungstätigkeiten für Zoos, Tierparks und Tierheime, Fortbildungsveranstaltungen und Publikationsbetreuung. Dr. Ganslosser ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.
Er wird auf spannende und verständliche Weise über die soziale Intelligenz, Spielkommunikation und Stimmungsübertragung beim Hund aus biologischer Sicht referieren.


Dr. Adam Miklosi, – spricht sehr gut deutsch – wird in unterhaltsamer Form ausführlich über Verhalten und Kognition referieren und darüber, wie Hunde Probleme lösen. “Budapest ist seit Jahren eine Metropole der Verhaltensforschung an Hunden. Unter dem Forschungsleiter Dr. Adam Miklosi wurde an der Budapester Eötvös Universität die weltweit größte Arbeitsgruppe zur Erforschung der Beziehung Hund und Mensch aufgebaut. Im Unterschied zu früheren Forschungen werden die Versuchtiere hier systematisch gemeinsam mit ihren Bezugspersonen getestet. Denn wenn es um soziale Intelligenz geht, muss man beide Partner im Blick haben.

Jedes Tier passt sich seiner natürlichen Umgebung an. Und die natürliche Umgebung des Hundes ist heute die des Menschen. Daher entwickelt er in gewisser Weise menschliche Intelligenz.
Neuen Studien zufolge schlägt der Vierbeiner bei einigen Aufgaben sogar Schimpansen oder Gorillas – etwa bei der richtigen Deutung komplexer menschlicher Gesten.”

Von der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt