SEPTEMBER

Tagesseminar mit Robert Mehl in Düsseldorf

 

Neurobiologische Grundlagen von Bindung und Beziehung 

– welche Forschungsergebnisse aus der humanen Entwicklungspsychologie lassen sich auf den Hund übertragen?

– welche Ursache für Verhaltensprobleme kann es in der Mensch-Hund-Beziehungsentwicklung geben?

Sonntag, 9. September 2018 von 10 bis 17 Uhr / Teilnahme 95,- €
 
Verhaltensprobleme von Hunden können vielfältige Ursachen haben.
Häufig wird bei der Ursachenforschung auch die Beziehung zwischen Hund und Halter thematisiert.

Dieses Seminar beschäftigt sich aus einem humanpsychologischen Blickwinkel mit dem Anteil, den schwierige Beziehungsmuster zu Verhaltensproblemen des Hundes beitragen.
Bindung ist nicht dasselbe wie Beziehung. Bindung besteht ursprünglich zwischen Eltern und Nachkommen. Aus den frühen Bindungserfahrungen entwickeln sich die Beziehungsmuster, die das Individuum später anderen Sozialpartnern anbietet. 
  • Wie entsteht eine gesunde und förderliche Bindung? 
  • Wie kann man die Bindungsqualität aus entwicklungspsychologischer Perspektive beschreiben? 
  • Welche Faktoren wirken sich förderlich bzw. negativ auf die Bindung aus? 
  • Wie entwickelt sich die Interaktion von individueller Persönlichkeit und negativen frühen Beziehungserfahrungen zu problematischen Beziehungsmustern, aus denen Verhaltensprobleme entstehen können (z. B. ängstliches, zwanghaftes, aggressives oder unberechenbares Verhalten bis hin zu Persönlichkeitsstörungen)? 
Um diese Fragen zu beantworten werfen wir auch einen Blick auf die neurobiologischen Grundlagen von Bindung und Beziehung, beschäftigen uns mit Erkenntnissen aus der humanen Entwicklungspsychologie und überlegen, welche Forschungsergebnisse sich auf den Hund übertragen lassen. 
Nicht nur der Mensch bringt seinen Beziehungsstil in die Partnerschaft ein, auch der Hund hat mit seiner Persönlichkeit und seinem Beziehungsstil einen Einfluß auf die Beziehungsgestaltung.
Die Interaktion beider Beziehungsmuster kann harmonisch oder herausfordernd sein.
Wir sprechen darüber, wie man (z. B. als Hundetrainer) diese Beziehung diagnostisch beschreiben kann, ohne zu werten oder Schuld zuzuweisen. 
Im letzten Teil des Seminars geht es um die Suche nach Entlastung und einer für beide Seiten angenehmeren Beziehungsgestaltung im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten. Damit verbunden ist die Frage, wie man ein belastetes Mensch-Hund-System beraten kann, um durch eine veränderte Beziehungsgestaltung eine Verbesserung der Verhaltensprobleme zu erreichen und Beziehungsmuster konstruktiv zu verändern.
Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht bearbeitet. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Referent: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Er ist Dozent bei „dogument“.

Von der Tierärztekammer Schleswig Holstein und Niedersachsen als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt