Von der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Abendvortrag mit Robert Mehl in Düsseldorf

Persönlichkeit und ihre neurobiologischen Grundlagen – wer bist du eigentlich?

– welche Entwicklungschancen und Konflikte im Alltag sind bei bestimmten Kombinationen  (z. B. phlegmatischer Hund und temperamentvoller Halter) zu erwarten?

– Führungsstile – nicht jeder Stil passt zum Halter und nicht jeder Stil passt zum eigenen Hund.  z. B. lernen introvertierte (eine Persönlichkeitseigenschaft) Menschen und Hunde  besser und schneller aus Bestrafung, während extravertierte (das Gegenteil) besser aus Belohnung lernen

Freitag, 9. Juni 2017 von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €

Hunde sind Persönlichkeiten.  Ihre Halter auch.

– Aber was ist Persönlichkeit?

– Wie entsteht sie und wodurch wird sie geformt?

– Was muss ich als Halter oder Trainer eines Hundes im Umgang mit seiner Persönlichkeit beachten?

– Wie wirken sich die Persönlichkeiten von Hund und Halter auf die Beziehungsgestaltung und auf konkrete Alltagsprobleme aus?

Im Vortrag beantworten wir diese Fragen aus Sicht der Humanpsychologie. Wir betrachten zunächst auch für unsere Hunde brauchbare Modelle aus der Persönlichkeitspsychologie zur Beschreibung des abstrakten Begriffs „Persönlichkeit“ und sprechen über die verschiedenen Möglichkeiten, die Persönlichkeit eines Individuums anhand von standardisierten Tests zu beschreiben.

Dann machen wir einen Rundgang durch die Gehirne von Hund und Mensch und klären aus neurobiologischer Sicht, wie das Gehirn eine Persönlichkeit erzeugt und welche Schaltstellen dafür zusammenarbeiten. Dabei wird auch der Einfluß von Erziehung und Umwelterfahrungen auf die Persönlichkeitsentwicklung hervorgehoben.

Schließlich widmen wir uns der Frage, wie sich die Interaktion der Persönlichkeiten von Hund und Halter auf die Beziehungsgestaltung zwischen ihnen auswirkt. Dabei geht es nicht darum, bestimmte Kombinationen auszuschließen (z. B. phlegmatischer Hund und temperamentvoller Halter) oder dogmatisch festzulegen, welche Persönlichkeit sich mit welcher anderen am besten ergänzt. Stattdessen sprechen wir darüber, welche Entwicklungschancen und Konflikte im Alltag bei bestimmten Kombinationen zu erwarten sind und wie man als Halter gelassener damit umgehen kann.

Daraus ergibt sich dann nicht zuletzt die Diskussion verschiedener Führungsstile, denn nicht jeder Stil passt zum Halter und nicht jeder Stil passt zum eigenen Hund. Z. B. lernen introvertierte (eine Persönlichkeitseigenschaft) Menschen und Hunde besser und schneller aus Bestrafung, während extravertierte (das Gegenteil) besser aus Belohnung lernen, dazu gibt es diverse Studien. Um dies zu verstehen, spreche ich auch darüber, wie das Gehirn Persönlichkeit überhaupt erzeugt.

Zuletzt betrachten wir, wie sich aus einem Persönlichkeitsstil eine Persönlichkeitsstörung entwickelt und ob Hunde davon ebenfalls betroffen sein können. Wir diskutieren, welche Schwierigkeiten dies in der Beziehungsgestaltung mit sich bringt und ob und unter welchen Umständen es sinnvoll ist, eine Therapie in Erwägung zu ziehen.

Ziel des Vortrags ist es, eine Vorstellung davon zu bekommen, anhand welcher Kriterien die Teilnehmer die Persönlichkeiten ihrer Hunde und ihre eigene einschätzen können, und welche Konflikte und persönlichen Entwicklungschancen sich aus ihrer einzigartigen Kombination ergeben können. Anhand dessen können die Teilnehmer dann die verschiedenen Ansätze im Hundetraining kritisch einschätzen und den Führungsstil wählen, der am besten zu ihnen und ihrem Hund passt.

Wenn ich z. B. temperamentvoll bin und mein Hund eher phlegmatisch, kann ich ausrasten, wenn er trödelt, oder lernen, Geduld zu haben und meine Energien im Interesse meiner Sozialpartner zu zügeln. Mein Hund kann sich genervt und unter Druck gesetzt fühlen von meiner sprunghaften Art und in den Widerstand gehen bzw. nervöser und hektischer werden, oder es schätzen, dass ich eine gesunde Dosis Lebensfreude und Aktivität in sein Leben bringe, je nachdem, wie einfühlsam und achtsam ich mit unserer Beziehung umgehe.

Die Interaktion mit unseren Hunden beinhaltet so immer auch die Aufforderung, sich (als Persönlichkeit) zu entwickeln, zu entfalten und ggf. auch zu mäßigen.
Der Vortrag richtet sich an Hundehalter und Hundetrainer. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Der Vortrag enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Referent:

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Er ist Dozent bei „dogument“.