Von der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Tagesseminar mit Robert Mehl, Psychologe in Düsseldorf

Neurobiologische Grundlagen von psychischen Störungen bei Hunden am Beispiel von übersteigerter Aggression und Angststörungen

Samstag, 10. Juni 2017 2017 von 10 – 17 Uhr /

Hunde haben ein Gehirn, das im Aufbau und in den wesentlichen Funktionen dem eines Menschen ähnelt. Genau wie beim Menschen kann die Funktion dieses Organs durch unterschiedliche Ursachen beeinträchtigt werden. Dann kann es zu Verhaltensstörungen kommen, die dem Hundehalter Probleme bereiten und auch Hundetrainer oft ratlos machen. Auf der Grundlage der im Seminar vermittelten Kenntnisse über die neurobiologischen Ursachen von Verhaltensstörungen können Hundetrainer und Hundehalter eine neue Perspektive auf die psychischen Auffälligkeiten ihres Hundes gewinnen und Ideen für Therapieansätze entwickeln.

Auf leicht verständliche Art nähern wir uns zunächst der grundlegenden Funktionsweise des Gehirns und finden uns anhand auffälliger Landmarken in diesem komplexen Organ anatomisch zurecht.

In Anlehnung an die Klassifikation psychischer Störungen beim Menschen (ICD-10) sprechen wir über die Definition psychischer Störungen und Verhaltensstörungen bei Hunden. Dabei verlassen wir die bekannten Gefilde biologischer Definitionen von Verhaltensstörungen und gehen neue Wege in Anlehnung an die Humanpsychologie. Dabei werden die folgenden psychischen Störungen kurz vorgestellt: Angststörungen, Traumafolgestörungen, Zwangsstörungen, ADHS, verhaltensbezogene Suchterkrankungen und andere Störungen der Impulskontrolle (Stereotypien).

Wir erforschen dann die Persönlichkeit und problematische Persönlichkeitsstile von Hunden und diskutieren wie diese sich auf die beobachteten Verhaltensstörungen auswirken.

Anhand von zwei Beispielen, übersteigerter Aggression und Angststörungen, werfen wir einen tiefen Blick in die Seele des Hundes und verstehen das komplexe Zusammenspiel von

– Neuroanatomie,

– Hirnfunktionen,

– Hirnstoffwechsel und

– Verhalten.

Der Einfluss von Genetik, Umwelt und Lernen wird verständlich, so dass wir Ideen für Therapieansätze entwickeln und vorhandene Therapieansätze kritisch beurteilen können.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die neurobiologischen Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung von psychischen Störungen bei Hunden interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Referent:

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Er ist Dozent bei „dogument“.