APRIL

 Tagesseminar mit Robert Mehl, Psychologe in Düsseldorf

TRENNUNGSANGST BEIM HUND

Sonntag, 8. April 2018 von 10 – 17 Uhr, Teilnahme 95,- €

Schreien, Bellen, Pinkeln, Wutanfälle, Terror. 
Einige Hunde drehen durch, wenn ihre Menschen sie allein lassen. 
Manchmal darf man das Haus nicht ohne sie verlassen, manchmal nicht einmal den Raum. 
Nicht nur Hunde haben Trennungsangst, auch aus der Humanpsychologie kennen wir dieses Phänomen bei Kindern. Daher betrachten wir dieses Problem bei Hunden aus humanpsychologischer Perspektive.
Zunächst sprechen wir über die entwicklungspsychologischen Grundlagen, insbesondere die Bedeutung der Bindung und frühen Beziehungserfahrungen. 
Aus den oft dramatischen Unmutsäußerungen des Hundes entwickeln sich ungünstige Verhaltensmuster der Menschen, die mit den Ängsten des Hundes überfordert sind und das Problem unabsichtlich verstärken können. 
Trennungsangst kann von weiteren Angststörungen begleitet werden, aber auch psychosomatische Erkrankungen sind nicht ungewöhnlich (körperliche Beschwerden ohne körperlich auffindbare Ursache; häufig Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, stressbedingte Erkrankungen). 
Neben Ängsten können auch geringe Frustrationstoleranz oder Auffälligkeiten in der Persönlichkeit verantwortlich für das auffällige Verhalten des Hundes sein. Ob Frust oder Angst die Ursache ist, bedarf einer sorgfältigen Abklärung. 
Daher sprechen wir über das diagnostische Vorgehen, ehe wir uns zuletzt intensiv den Trainings- und Therapiemöglichkeiten bei Trennungsangst zuwenden.
Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung und Behandlung von Trennungsangst interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, so dass die Teilnehmer erste eigene Ideen für Trainingsansätze entwickeln und die Qualität vorhandener Trainingsansätze kritisch beurteilen können. Einige konkrete Fälle der Teilnehmer werden besprochen, mit Hunden wird jedoch nicht gearbeitet. Das Seminar enthält keine praktischen (verhaltens-) therapeutischen Arbeiten und ersetzt keine (Verhaltens-) Therapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.
Referent:
Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Er ist Dozent bei „dogument“.

Von der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt