Vorträge 2018 – in Bearbeitung

APRIL

Abendvortrag mit Robert Mehl, Psychologe in Düsseldorf

Die neurobiologischen Grundlagen von Jagdverhalten

Freitag, 6. April 2018 von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €

Einmal von der Leine gelassen, zeigen Hunde ganz unterschiedliche Formen des Jagdverhaltens. Einige schnüffeln sich langsam davon, andere hetzen los, sowie sie Wild gesehen haben, manche stöbern wild im Feld und einige leben dafür, die Beute zu packen.

Dann gibt es noch Hunde, die nicht nur Wild jagen, sondern auch andere Bewegungsreize wie Autos, Jogger oder Bälle. Jagende Hunde können im Training und im Alltag eine Herausforderung sein. Auf der anderen Seite arbeiten Jäger auch heute noch mit Jagdhunden zusammen und verlassen sich darauf, dass der Hund seine Aufgaben zuverlässig erledigt.

Der jagende Hund ist jedoch nur das äußere Bild. In Wirklichkeit jagt sein Gehirn!

Dieses Seminar betrachtet das Jagdverhalten von Hunden aus einer neurobiologischen Perspektive. Nach einer kurzen Einführung in die Neuroanatomie finden sich alle Teilnehmer schnell selbst in diesem komplexen Organ zurecht.

Dann beginnen wir mit der Frage,

  • wie gelangt der jagdliche Reiz überhaupt in das Gehirn des Hundes hinein
  • wie wird er dort verarbeitet
  • wir sprechen über Motivation und Appetenz und besuchen die zuständigen Schaltstellen.

Dann gehen wir weiter zu den Teilen des Gehirns, in denen die Verhaltensprogramme, das eigentliche Jagd“verhalten“, abgelegt sind. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch über angeborene Verhaltensketten und rassebedingte Hypertrophien.

Als nächstes widmen wir uns dem Lernverhalten. Wir sprechen über

  • die gewollte oder ungewollte Förderung jagdlichen Verhaltens
  • Entwicklungsphasen
  • Übung von Bewegungsmustern
  • Erwerb von Beuteschemata
  • den Erwerb sozialer Fähigkeiten, die für die Zusammenarbeit mit dem Menschen und anderen Hunden und für die Selbstkontrolle wichtig sind.

In diesem Rahmen gehen wir auch auf die Themen Belohnung, Bestrafung und operante Konditionierung ein.

Vor diesem Hintergrund können die Teilnehmer sich ein vollständigeres Bild vom Jagdverhalten ihres Hundes machen und von den Möglichkeiten, darauf Einfluß zu nehmen. So können sie vorhandene Trainingsansätze in diesem Bereich kritisch hinterfragen und ggf. eigene Lösungsideen für individuelle Probleme entwickeln.

Das Seminar richtet sich an Hundehalter und Hundetrainer, die sich für die neurobiologischen Grundlagen des Jagdverhaltens interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen Arbeiten und ersetzt kein Training und keine (Verhaltens-)Therapie.

Referent: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Er ist Dozent bei „dogument“.

– von der Tierärztekammer Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

SEPTEMBER

Abendvortrag mit Thomas Baumann in Düsseldorf

Von Harmonie bis Mobbing –
die Vielfalt der Hund-Hund-Beziehung 

Freitag, 21. September von 19 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €

Inhalte:
• Grundlagen der Kommunikation / Interaktion
• Sender-Empfänger-Prinzipien
• Konfliktmanagement und „Streitkultur“ unter Hunden
• Mobbing erkennen, beobachten, beurteilen und verhindern
• „Anti-Mobbing“-Strategien und -Training
• Soziales Gruppenmanagement durch den Zweibeiner
• Kernmerkmale der „abhängigen Dominanz“
• konstruktive und destruktive Aggressionen in der Hundegruppe

Seit einigen Jahren „boomt“ die Mehrhundehaltung in Deutschland in bemerkenswerter Weise. Dabei wird das Zusammenleben des Menschen mit zwei oder mehr Hunden auch immer wieder auf die Probe gestellt. 

Die Zielstellung der Zweibeiner ist ja einvernehmlich eindeutig:
ALLE Beteiligten sollen möglichst glücklich und zufrieden zusammenleben.
Dort wo das gelingen kann, findet man in der Regel harmonisch ausgerichtete Lebensqualitäten bei Mensch und Hund. Doch in vielen Fällen gelingt es den Menschen nicht, die erhoffte Harmonie herzustellen.
Begibt man sich dann auf die Ursachensuche, wird man als Hundetrainer fast immer fündig. Dem Hundehalter allerdings bleiben diese Ursachen fast immer verborgen, denn er macht sich in den meisten Fällen zu wenig oder auch zu viele Gedanken darüber, wie ein solides soziales Management im Zusammenleben mit Hunden gelingen könnte.

Wer glaubt, Hunde sind einfach Tiere, die sich gefälligst einem durch Menschenhand errichteten Regelwerk zu unterziehen haben, denkt falsch. Wer hingegen glaubt, dass Hunde Mitgeschöpfe sind, die ohne Konfliktorientierung und ohne Reibungspunkte mit anderen Artgenossen zusammenleben wollen und können, denkt auch falsch!
Richtiges und wegweisendes menschliches Denken und Handeln ist nur möglich, wenn man genauer weißt, wie unsere Hunde wirklich „ticken“.

Auf sozialer Ebene gibt es zwischen Menschen und Hunden eine enorme Übereinstimmung.
Menschen sind emotional vielseitig; sie sind freundlich, herzlich, wütend, traurig, egoistisch, in Teilen narzisstisch, empathisch und – je nach „Bedarf“ – ehrlich aber auch mal verlogen.
Hunde sind das alles auch!!!

Menschen streben nach Harmonie und seelischer Zufriedenheit; und beteiligen sich dennoch an Mobbing und anderen sozialen Gemeinheiten. Hunde auch!!!

Damit wird auch klar, dass in einer Mehrhundehaltung sogenannte „alte Zöpfe“ und damit ausschließliche Gedanken an Dominanz, Hierarchie und pauschalen Hausstandsregeln in den Hintergrund rücken müssen.
Stattdessen sollten Hunde vorrangig durch individuelle und bedürfnisgerechte Privilegien, Regeln, Gebote und Verbote in der Familie leben können. Hierarchische Sozialstrukturen und damit Dominanzbeziehungen unter den Hunden können sich dabei durchaus ergeben, müssen es aber nicht.Hunde haben im engeren Zusammenleben mit ihren Menschen Rechte und Plichten, die ihnen der Zweibeiner situativ vermitteln können muss. Stimmt das Management des Menschen, stimmt auch – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die Harmonie in der Hundegruppe.

Referent:
Der Verhaltensexperte Thomas Baumann ist Autor mehrerer Fachbücher und seit vielen Jahren speialisiert im Umgang mit schwierigen Hunden. Seine leidenschaft gehört dabei analytischen Komplexen, die sich sowohl auf das Konfliktverhalten des Hundes, als auch auf die jeweilige Mensch-hund-beziehung beziehen. Zusammen mit seiner Frau Ina gründete Thomas Baaumann die Tierschutzorganisation Dogworld Stiftung