MÄRZ 2020 / Düsseldorf

Tagesseminar mit Prof. Dr. Kurt Kotrschal in Düsseldorf
 
Mensch-Hund-Wolf: Wie wir zusammenkamen; wie aus Wölfen Hunde wurden – 
Domestikation: Warum Menschen mit anderen Tieren leben wollen und können und warum das mit Hunden besonders gut geht.
 
Samstag, 7.3.2020 vom 10 – 17 Uhr<
Teilnahme 95,-  / beide Tage Sa + So zus. 180,- €  (jeweils incl. 19 % Mwst)
 
Vor etwa 35 000 Jahren kamen Menschen und Wölfe zusammen, weil sie einander sozial und ökologisch sehr ähnlich waren. 
Wölfe waren wichtige spirituelle Mittler, vielleicht kooperierte man bald auch bei der Jagd auf Mammuts. Die Domestikation begann zunächst als Partnerschaft auf Augenhöhe mit Wölfen, aus denen durch eine Art „Selektion auf Zahmheit“ relativ rasch Hunde entstanden. 
 
Als die Menschen sesshaft wurden, veränderten sich das Verhältnis zu den Wölfen und die Ansprüche an die Hunde.
Die halfen auf der Jagd, bewachten Eigentum, zogen mit in den Krieg und schützten die Herden. Manche Hundetypen wurden auf Territorialität und Aggressionsbereitschaft ausgelesen, bei anderen dagegen wurde eher auf innerartliche Toleranz und auf ein freundliches Wesen gegenüber Menschen Wert gelegt.

Das Interesse an Tieren und Natur gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen des Menschen. 
Ein nahezu „zweckfreies“ Leben mit anderen Tieren, ist keine Erscheinung „dekadenter“ moderner Gesellschaften, sondern wird praktiziert, seit es Menschen gibt. Wie C.G. Jung und E. Wilson meinten, sind Menschen von ihrer Natur aus „biophil“.
Dass Menschen aber mit „den anderen Tieren“ nicht nur leben wollen, sondern auch können, liegt vor allem an den evolutionär bedingten Ähnlichkeiten in den sozialen Strukturen und Mechanismen. 

So zählen zu den Gründen, warum Menschen und andere Tiere sozial „ähnlich ticken“, 
  • die gemeinsamen Prinzipien des Verhaltens und der Kommunikation von Emotionen, 
  • der Bau und die Funktionen des Gehirns und der Stress-systeme, 
  • die ähnlichen Gesetzmäßigkeiten der Persönlichkeitsentwicklung, etc. 

Menschen und andere Tiere verfügen mit ihren sozialen Bedürfnissen, ihrer emotionalen, denk- und Bewusstseinsfähigkeit über ganz ähnliche Voraussetzungen, sich aneinander zu binden und relativ symmetrische soziale Beziehungen zu entwickeln. Menschen scheinen an ein Leben mit anderen Tieren in einem Maß angepasst, dass sie diese für ihre gute Entwicklung und ihr Wohlbefinden benötigen.
Daher erscheint ein Leben mit anderen Tieren auch als grundlegendes Menschenrecht.

Besonders geeignet für ein Zusammenleben sind natürlich an den Menschen bereits genetisch angepasste, also domestizierte Tiere. 
Aufgrund des bereits lang andauernden Zusammenlebens mit Hunden nehmen sie dabei natürlich eine Sonderstellung ein. 

Im Seminar werden die neueren Erkenntnisse zur Mensch-Tierbeziehung erörtert.
 
REFERENT:
Kurt M. Kotrschal, Mag.rer.nat., Prof. Dr., geboren 1953 in Linz, verheiratet seit 1975, wohnhaft in Scharnstein/OÖ. und Wien. Studium der Biologie an der Universität Salzburg, dort auch 1981 Promotion und 1987 Habilitation; 1976-1981 Forschungsaufenthalte an den Universitäten Arizona und Colorado, USA. Seit 1990-2018 Leiter der Konrad Lorenz Forschungsstelle für Ethologie in Grünau/Oberösterreich 1990-2018, Professor i.R. am Department für Verhaltensbiologie Universität Wien. Mitbegründer Wolfsforschungszentrum (www.wolfscience.at). Sprecher der AG Wildtiere am Forum Wissenschaft und Umwelt. Mehr als 250 wissenschaftliche Beiträge in Fachzeitschriften, Buchbeiträge und Bücher, darunter Österreichs Wissenschaftsbuch des Jahres 2013. Wissenschaftler des Jahres 2010, seit 2006 Kolumnist der Tageszeitung Die Presse, ab 2019 wöchentlicher Blog auf Heute.at

Publikationen:

KOTRSCHAL, K. (2012) Wolf – Hund – Mensch. Die Geschichte einer Jahrtausende alten Beziehung. Wien: Brandstätter. Österreichs Wissenschaftsbuch des Jahres 2013, nun auch als als Piper-Taschenbuch
KOTRSCHAL, K. (2014). Einfach beste Freunde. Warum Menschen und andere Tiere einander verstehen. Wien, Brandstätter. Zur bio-psychologischen Basis unserer sozialen Beziehungen zu anderen Tieren
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