Tagesseminar mit Robert Mehl in Düsseldorf

 

Neurobiologische Grundlagen von Angst bei Hunden und wie sie entsteht.

Sonntag 25.10.2020 10:00 – 17:00 Uhr / Teilnahme 95,- €

Wie entwickeln sich eigentlich Angst im Körper und Gehirn eines Hundes?
Und warum funktionieren einige Trainings- und Therapieansätze so gut und andere gar nicht?

Wir nehmen die Frage nach der Angst von zwei Seiten in die Zange: Robert Mehl gibt aus neuropsychologischer Sicht tiefe Einblicke in das System der Neurotransmitter, die als Botenstoffe im Gehirn arbeiten und ihre Zusammenarbeit mit Nervensystem und Stresshormonen im Körper. Auf der anderen Seite beleuchten wir die psychodynamischen Faktoren, die bei Angst eine Rolle spielen wie Stressoren, Persönlichkeit, Selbstwirksamkeitserleben und Bindungserfahrungen.

Damit niemand unterwegs verloren geht, beginnen wir mit einer kleinen Einführung in die Neuroanatomie des Hundes, so dass sich jeder Teilnehmer nach kurzer Zeit im Gehirn seines Hundes zurechtfindet.

Dann kommen die Stressoren und verschiedene Stressmodelle ins Spiel. Wir identifizieren, welche Hormone Angstsymptome verstärken, welche gegensteuern können und wie man als Hundehalter und Hundetrainer gezielt oder versehentlich auf Gas und Bremse treten kann.

Weil einige Hormone auch als Neurotransmitter im Gehirn wirken und das Gehirn seinerseits die Ausschüttung von Hormonen steuern kann, steht als nächstes ein Besuch in diesem komplexen Organ auf dem Plan. Wir suchen nach der Quelle der Angst tief im Gehirn und erforschen ihre Beziehung zum Hormonsystem am Beispiel der Stresshormonachse. Schnell wird verständlich, wie es zu den manchmal sehr beeindruckenden körperlichen Begleiterscheinungen von Angst kommt.

Wir besprechen dann das Thema Angsterkrankungen und grenzen diese von „normaler“ Angst ab. An dieser Stelle sprechen wir auch über die Wirkung von (Verhaltens-) Therapie und Psychopharmaka, Genetik und Epigenetik.

Am Ende des Seminars verstehen die Teilnehmer das komplexe Zusammenspiel von Gehirn und psychodynamischen Wirkfaktoren beim Erleben der Angst. Halter von ängstlichen Hunden und Trainer können sich eine eigene, kritische Meinung zu den auf dem Markt angebotenen Trainings- und Therapievorschlägen bilden und gezielter die passenden Ansätze für ihren Hund auswählen.

REFERENT: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. 

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