Vorträge 2019

APRIL

Abendvortrag mit Robert Mehl in Düsseldorf

 

Impulsiv und unberechenbar? – Die neurobiologischen Grundlagen der Impulskontrolle

 

 

Freitag, 26. April 2019 / von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €
Hunde, die für ihre Halter unberechenbar sind, bleiben häufig an der Leine oder können beim Spaziergang oder im Haus kaum aus den Augen gelassen werden. Oft haben Halter und Hundetrainer gemeinsam schon vieles probiert, was normalerweise – bei anderen Hunden – funktioniert. Irgendwann stellt sich auf beiden Seiten tiefe Frustration und das Gefühl von Überforderung ein.
Hat man als Halter etwas falsch gemacht?
Hat man als Hundetrainer etwas übersehen?
Häufig stecken Probleme mit der Impulskontrolle hinter dem unberechenbaren Verhalten. Dabei können sich viele Symptome entwickeln:
Aggressives Verhalten, unkontrollierte Flucht, kaum steuerbares Jagdverhalten, suchtartiges Verhalten, Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme sind nur einige Beispiele.
Wie ist es so weit gekommen und was kann man noch tun?
In diesem Seminar suchen wir mithilfe neurowissenschaftlicher Erkenntnisse nach Antworten.
  • Wie entsteht ein Handlungsimpuls im Gehirn und wie wird er zur Handlung?
  • Woher kommt die Motivation, sich auf eine bestimmte Art zu verhalten?
  • Wie kontrollieren Säugetiere ihre Impulse?
  • Warum klappt das bei manchen Hunden besser und bei anderen scheinbar gar nicht?
  • Welchen Einfluß haben die Entwicklungsbedingungen und die Lernumgebung, in denen der Hund aufwächst?
  • Welchen Einfluß hat die Erziehung durch den Halter?
  • Welche psychischen und neuropsychologischen Erkrankungen wirken sich negativ auf die Impulskontrolle aus?
Ausgehend von der humanpsychologischen Perspektive zur Behandlung von Problemen mit der Impulskontrolle suchen wir nach übertragbaren Ansätzen zum Umgang mit unberechenbaren Hunden und nach Präventionsmöglichkeiten.
  • Wie fördert man Impulskontrolle beim sich entwickelnden Gehirn?
  • Welche Therapieansätze gibt es, um das erwachsene Gehirn im Bereich der Impulskontrolle zu trainieren?
  • Welchen Erfolg hat Strafe bei Impulskontrollstörungen? Welche Alternativen gibt es, um Hemmung und Impulskontrolle zu fördern?
  • Was für Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich an?
  • Welche Rahmenbedingungen braucht jemand, der sich selbst nicht gut im Griff hat?
Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer auf dieser Grundlage eigene Ideen zum Umgang mit unberechenbaren Hunden entwickeln und vorhandene Ansätze kritisch bewerten können.
Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die neurobiologischen Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung von Problemen mit der Impulskontrolle interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht bearbeitet. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.
Referent:

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

MAI

Abendvortrag mit Thomas Baumann und Dr. Udo Ganslosser in Düsseldorf
 
Angst, Aggression und Stress beim Hund 
 
Dienstag, 21. Mai 2019 von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €
 
Thomas Baumann: Stress
Beobachten, Erkennen und Beurteilen körper- und lautsprachlicher Merkmale bei unter Stress stehenden Hunden
 
URSACHEN
  • genetische Dispositionen, Rassemerkmale
  • gesundheitliche Störungen 
  • Erregungs- und Hemmungsprozesse
  • Umwelteinflüsse
  • soziale Einflüsse
  • Erfahrungsdefizite
  • Unter- Überforderung
 
 AUSWIRKUNGEN
  • Ausdrucksformen von Unsicherheit und Angst
  • Ausdrucksformen defensiver/offensiver Aggression
  • Konfliktlösungsmodelle aus Sicht des Hundes
  • introvertierte Verhaltensmuster
  • extravertierte Verhaltensmuster
  • Eskalation / Deeskalation
  • Stimmungsübertragungen
 
 
Dr. Udo Ganslosser: Angst /Aggression
  • was ist Aggression im verhaltensbiologischen Sinne?
  • welchenr Einfluss haben Sexualhormone auf die Aggression?
  • Angstaggression: Auswirkung von Kastration bei Rüde/Hündin
  • wie lernt und trainiert ein Hund aggressive Kommunikation und Deeskalation…
  • Warum Kampfspiel nicht aggressiv macht wenns richtig läuft
Referenten:
 
Der Verhaltensexperte Thomas Baumann ist Autor mehrerer Fachbücher und seit vielen Jahren speialisiert im Umgang mit schwierigen Hunden. Seine Leidenschaft gehört dabei analytischen Komplexen, die sich sowohl auf das Konfliktverhalten des Hundes, als auch auf die jeweilige Mensch-Hund-Beziehung beziehen. Zusammen mit seiner Frau Ina gründete Thomas Baaumann die Tierschutzorganisation Dogworld Stiftung
 
Dr. Udo Ganslosser, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch sowie Gastvorlesungen an anderen Instituten durch, übernimmt Beratungstätigkeiten für Zoos, Tierparks und Tierheime, Fortbildungsveranstaltungen und Publikationsbetreuung. Dr. Ganslosser ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.

JULI

Abendvortrag mit Dr. Udo Ganslosser und Gerd Leder in Düsseldorf

Jagdverhalten des Hundes aus biologischer und kynologischer Sicht

Freitag, 5. Juli von 18 Uhr – 22 Uhr  / Teilnahme 25,- €
Gerd Leder: Jagdverhalten verschiedener Hunderassen
Die meisten Hundebesitzer möchten hren Vierbeiner in freier Natur ohne Leine laufen lassen und zuverlässig abrufen können, doch längst nicht allen gelingt es, da ihr Hund jagen geht. 
  • Was kann man machen, um auch jagdlich hoch motivierten Hunden den Freilauf zu ermöglichen? 
  • Wie unterscheidet sich das Jagdverhalten der verschiedenen Hunderassen? 
  • Welche Rolle spielt die Aufgabe, für die der Hund ursprünglich gezüchtet wurde?
Udo Ganslosser: Jagen aus biologischer Sicht
Was passiert im Gehirn eines jagenden Beutegreifers?
Jagdverhalten ist ein normaler  Bestandteil des hundlichen Verhaltens. In manchen Bestandteilen ist es in der ursprünglichen Form jedoch. nicht gesellschaftstauglich….
  • Den sog. Jagdtrieb gibt es nicht. Aus welchen Einzelhandlungen setzt sich das Jagdverhalten zusammen und wie werden diese gesteuert ? (Fixieren, Anschleichen, Hetzen, Packen,  Töten,  Fressen)
  • Was können Auslösereize  sein?
  • Gehört Mäusebuddeln zum Jagdverhalten?
  • Objektbezogenes Spiel – Fördert Stöckchenwerfen die Jagdleidenschaft
  • Was passiert im Gehirn eines jagenden Beutegreifers?
  • Haben jagende Hunde eine schlechtere Bindung zum Menschen?
  • Ist symbolisches  Jagen ein Weg zur Beziehungspflege?
Referenten:  
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie  am Zool. Institut und Museum der Univ. Greifswald, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und  verständliche Weise über das Jagdverhalten aus biologischer Sicht referieren.   
Gerd Leder betreibt eine Hundeschule in Laupheim , Baden-Württ. und kennt wie kein anderer die verschiedenen Rassen der Hunde und deren Geschichte. Sein umfangreiches Wissen als Völkerkundler gibt überraschende Einblicke in den Werdegang von Haushunden und deren Perspektiven. Gerd Leder ist zertifizierter Hundetrainer nach den Richtlinien der Tierärztekammer Schleswig-Holstein.
 

SEPTEMBER

Abendvortrag mit Robert Mehl  in Düsseldorf

In der Ruhe liegt die Kraft

Die neurobiologischen Grundlagen von Schlaf und Ruhe bei Mensch und Hund

  • Welche Schlafstörungen werden in der Humanpsychologie unterschieden?
  • Können Erkenntnisse aus der Schlafforschung auf Hunde übertragen werden?
  • Wie wirkt sich Schlafmangel auf das Gehirn aus?
  • Warum sind Ruhephasen für Hunde und Menschen so wichtig?

 

Freitag, 27. September 2019 von 18 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €

Einige Hunde finden nicht zur Ruhe. Sie schlafen schlecht, stehen nachts auf und laufen durch die Wohnung, dösen tagsüber kaum und fordern ständig Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Andere schrecken aus dem Schlaf auf, beißen um sich oder wirken stark irritiert. Auf der anderen Seite kämpfen auch viele Halter selbst mit Ein- und Durchschlafproblemen, können nicht abschalten und fühlen sich ständig „unter Strom“.

Dieses Seminar führt die Teilnehmer in die Welt von Somnus, dem römischen Gott des Schlafes, nämlich tief ins Gehirn. Nach einer kurzen neuroanatomischen Einführung, nach der sich jeder Teilnehmer selbst im Gehirn zurechtfindet, suchen wir nach den Schaltstellen für Schlaf, Ruhe und Enstpannung und den Ursachen für Störungen in diesem Bereich.

  • Welche Schlafstörungen werden in der Humanpsychologie unterschieden?
  • Welche psychischen Erkrankungen können Schlafstörungen zugrunde liegen?
  • Können Erkenntnisse aus der Schlafforschung auf Hunde übertragen werden?
  • Wie wirkt sich Schlafmangel auf das Gehirn aus?
  • Warum sind Ruhephasen für Hunde und Menschen so wichtig?
  • Warum kommen manche Hunde und Menschen nicht zur Ruhe?
  • Wie kann man das Gehirn beruhigen und Hunden und Menschen zur Entspannung verhelfen?

 

Wir beschäftigen uns in diesem Zusammenhang u. a. mit den Auswirkungen von Streß, Überreizung, Hyperaktivität und Überbeschäftigung und beleuchten auch den Einfluß psychischer Störungen wie Traumafolgestörungen, generalisierter Angststörung, Depression und ADHS auf das Schlaf- und Ruheverhalten von Hunden und Menschen.

Aufbauend auf diesen Grundlagen betrachten wir humanpsychologische Ansätze zur Behandlung von Schlafstörungen und Entspannungsproblemen und diskutieren, wie diese auf Hunde übertragen werden können.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die neurobiologischen Ursachen und Zusammenhänge bei der Entstehung von Problemen mit dem Schlaf- und Ruherhythmus von Hunden und Menschen interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

 

Referent:

Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von  dogumen zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

OKTOBER

Abendvortrag mit Thomas Baumann in Düsseldorf

 
KÖRPERSPRACHE BEI SCHWIERIGEN HUNDEN
Erkennen und Beurteilen körpersprachlicher Merkmale beiverhaltensauffälligen / schwierigen Hunden mit aussagekräftigen Videos
Freitag, 25. Oktober 2019 von 19 – 22 Uhr / Teilnahme 25,- €
Die Teilnehmer des Vortrages werden mit dem körpersprachlichen Repertoire verhaltensauffälliger / schwieriger Hunde vertraut gemacht.
Dass dabei keine Orientierung an aufgezeigten Einzelmerkmalen wichtig ist, sondern der Ausdruck
der körpersprachlichen Gesamtkomposition Beachtung finden muss, wird viel zu selten berücksichtigt.
THEMEN
  • Körpersprachliche Ausdrucksformen
  • Einzelmerkmale in der Körpersprache
  • Die körpersprachliche Gesamtkomposition
  • Körpersprache als „Fremdsprache“
  • Erkennen von Stimmungsbildern
  • Durchführung von „Qualitäts-Kontrollen“
  • Strategische Elemente der Körpersprache
  • „Schummeleien“ als Zeichen v. Intelligenz
  • Vortäuschung „falscher“ Tatsachen
  • Beeinflussung körpersprachlicher Merkmale
Ein einzelnes Wort hat bei weitem nicht die Aussagekraft eines kompletten Satzes, der dasWort beinhaltet. 
So muss auch die Körpersprache des Hundes verstanden werden. Die Körpersprache des Hundes kann zudem eine ganze Reihe strategischer Elemente enthalten. 
Diese können einen emotionalen Zustand vorgeben, den der Vierbeiner zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht hat. 
Damit wird klar, dass Hunde auch in der ihnen geläufigen Sprache (Körpersprache) „schummeln“ können. 
Bei Hunden mit Normalverhalten kein Problem, bei schwierigen Hunden hingegen können belastende Folgen für Zwei- und Vierbeiner entstehen.
  

Referenten:

Der Verhaltensexperte Thomas Baumann ist Autor mehrerer Fachbücher und seit vielen Jahren speialisiert im Umgang mit schwierigen Hunden. Seine Leidenschaft gehört dabei analytischen Komplexen, die sich sowohl auf das Konfliktverhalten des Hundes, als auch auf die jeweilige Mensch-Hund-Beziehung beziehen. Zusammen mit seiner Frau Ina gründete Thomas Baaumann die Tierschutzorganisation Dogworld Stiftung
 

ANMELDUNG:
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