SEPTEMBER

dieses Seminar wird von  der Tierärztekammer  Niedersachsen als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Normen Mrozinski

Wochenendseminar mit Normen Mrozinski

HILFE – ER BEISST

innerartliche und zwischenartliche Aggression

Sa./So.: 3. / 3. September 2017 von 10 bis 17 Uhr
Teilnahme: 170,- passiv / 200,- € aktiv

Aggressive Hunde gab es schon immer. Und auch die Tatsache, dass manche Hunde Menschen oder Artgenossen beissen, ist so alt wie die Hunde selber.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
Für den einen Hund stellt das Anpöbeln anderer Hunde oder Menschen ein gemeinsames Happening mit seinem Menschen dar, der nächste sucht sein Heil im Angriff und hofft, dass das die beste Verteidigung ist und der Dritte verhält sich schlicht wie ein 16-jähriger in der Diskothek.
Für die Besitzer eines solchen Hundes stellt das Verhalten, auch wenn es normal ist, oft ein Riesenproblem dar.

Nicht nur die Sorge, dass der geliebte Vierbeiner jemanden etwas antun könnte und am Ende vielleicht mit Leinen- und Maulkorbzwang belegt werden könnte, auch die Blicke anderer Hundehalter und das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, machen einem das Leben nicht gerade leichter.
Wenn es sogar zu einem Beißunfall gekommen ist, sehen wir uns mit Menschen konfrontiert, die hochemotional belastet sind.
Oft stellt sich dann die Frage nach der Abgabe des Tieres oder gar danach, ob der Vierbeiner vielleicht besser eingeschläfert werden sollte.
Auf der anderen Seite begegnen uns oft Verharmlosungen nach dem Motto “Der eigene Hund beißt nicht, er zwickt!”, vielerlei Begründungen und wie es dazu kommen konnte.

Im Bereich der innerartlichen Aggression befassen wir uns
– mit den verschiedenen Auslösern und Hintergründen für Aggression unter Hunden.
– den verschiedenen Formen aggressiver Kommunikation und „wann die das schon selber regeln“ und wann es sinnvoll ist, besser einzugreifen.
– mit Trainingsstrategien, um dem Hund beizubringen, Artgenossen zu akzeptieren.
– mit Sicherungsmaßnahmen wie Maulkorbgewöhnung und Leinenmanagement.

Mit Blick auf Aggression gegen Menschen beantworten wir folgende Fragen:
– Wie schütze ich mich selber bei der Arbeit mit einem aggressiven Hund?
– Wie erkläre dem Kunden die potentielle Gefährlichkeit seines Hundes und die damit verbundene Notwendigkeit, seinen Hund abzusichern?
– Wie erkenne ich Verhaltensauslöser? Handelt es sich bei dem Verhalten tatsächlich um Aggression – und wenn ja um welche Form – oder finden andere Verhaltensmuster statt?
– Welche Möglichkeiten kann ich dem Kunden – anhand seiner Lebensrealität – an die Hand geben?
– Und zu guter Letzt? Bin ich selber in der Lage, mit einem Hund zu arbeiten, der aggressiv gegen Menschen ist?

Referent: Normen Mrozinski ist als zertifizierter Hundetrainer nach den Richtlinien der Tierärztekammer Schleswig-Holstein und als Dozent, Autor für Fachzeitschriften, Sachbuchautor („Hütehunde als Begleiter“ und „Aggressionsverhalten beim Hund“) und Blogger tätig und lebt in Norddeutschland.
Als passionierter Hobbyschäfer gilt seine besondere Vorliebe den Hüte- und Treibhunden.
Als langjähriger Vorsitzender eines Tierschutzvereins setzt er sich zudem für beißvorfällig gewordene Hunde ein.

OKTOBER

Ina und Thomas Baumann

2,5 Tagesseminar mit Ina und Thomas Baumann in Willich/Düsseldorf

Train the Trainer: Auslastung und Beschäftigung für den Familienhund
Erhöhung der Lebensqualität bei Hunden durch individuellen und gezielten Einsatz motivierender Beschäftigungsmodelle 

Mittwoch, 11. Oktober von 18 – 22 Uhr – Vortrag in Düsseldorf
Donnerstag, 12. Oktober 2017 von 10 – 17 Uhr
Freitag, 13. Oktober 2017 von 10 – 16 Uhr
Teilnahme 215,- € passiv / 245,- € aktiv (incl. 25,- € für den Vortrag) ( incl. 19 % MwSt)

Die Wahl des richtigen Beschäftigungsmodells ist zweifelsfrei eines der Kernelemente einer harmonischen Mensch-Hund-Beziehung.
Ob Erziehung, Ausbildung, Therapie oder ganz einfach nur ein glückliches Miteinander, ohne eine zielgerichtete Beschäftigung kann das Leben eines Hundes letztlich nur trist und fade sein.
Doch nicht immer MÜSSEN Beschäftigungsmodelle sein. Nicht jeder Familienhund BRAUCHT im Zusammenleben mit seinen Menschen eine zusätzliche Beschäftigung. Und wenn schon eine sinnvolle Beschäftigung, dann sollte diese den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des Vierbeiners angepasst werden.

THEMEN
– Soziale Motivationsformen
– Bindung und Beziehung
– Beute-, objektbezogene Motivationsformen
– Nahrungsbezogene Motivationsformen
– Longier-Training – die fünf Vorteile
– Handfütterung als Beschäftigungsmodell
– Futterbeutel – Aufbau ohne Beutereize
– Zielobjektsuche ZOS / Gegenstandssuche
– Solitär-Beschäftigungsmodelle

Wird unseren Familienhunden ein bestimmtes Beschäftigungsmodell pauschal „übergestülpt“, kann dieser Umstand sogar die Lebensqualität eines Hundes reduzieren. So werden viele Vierbeiner durch übertriebene Beute- bzw. Objektspiele immer wieder sinnlos gepuscht und im Einzelfall bis zu psychischen und organischen Erkrankungen getrieben.
Ball-Junkies werden „produziert“, die am Ende durchaus mit Alkoholikern verglichen werden können.
Eine nicht dosierte Spiel- und Beutearbeit zählt deshalb zu den häufigsten, stressbedingten „Krankmachern“ unserer vierbeinigen Sozialpartner.

Aber auch mit einer übertriebenen „Leckerli-Motivation“ richten viele Hundehalter und auch Hundetrainer, ohne dies zu bemerken, Schäden an.
Insbesondere dann, wenn das soziale Miteinander dadurch für den Hund nebensächlich wird und er nur noch „funktioniert“, wenn Gegenleistungen ausreichend mit Leckerli honoriert werden. Der Mensch als lebender Futterautomat hat in den vergangenen Jahren die Mensch-Hund-Beziehung mehr und mehr charakterisiert.

Vortrag und Seminar zu den Themen Auslastung und Beschäftigung schaffen eine deutliche Transparenz zu diesen Problemen und zeigen selbstverständlich Wege, wie man es einfach besser machen kann.

Hinweis: Für eine Teilnahme am Seminar ist der Abendvortrag VERPFLICHTEND(!), da hierbei die theoretischen Grundlagen zum Fachseminar vermittelt werden.
Eine Teilnahme am Seminar ohne Abendvortrag ist deshalb NICHT(!) möglich!

REFERENT: Der Verhaltensexperte Thomas Baumann (mehrere Jahre internationale Polizeihundearbeit als deutscher Polizeivertreter bei Interpol) ist Autor mehrerer Fachbücher und Publikationen in Fachzeitschriften und seit vielen Jahren spezialisiert im Umgang mit schwierigen Hunden. Seine Leidenschaft gehört dabei analytischen Komplexen, die sich sowohl auf das Konfliktverhalten des Hundes, als auch auf die jeweilige Mensch-Hund-Beziehung beziehen. Zusammen mit seiner Frau Ina gründete Thomas Baumann die Tierschutzorganisation Dogworld Stiftung

Dieses Seminar wird von  der Tierärztekammer  Niedersachsen und Schleswig Holstein als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt

Dr. Claudia Fugazza / Dr. Udo Ganslosser

Wochenendseminar mit Dr. Claudia Fugazza und Dr. Udo Ganslosser in Düsseldorf

Soziales Lernen bei Hunden –  Wahrnehmung und Verarbeitung in Gehirn und Sinnesorganen – die Entschlüsselung und Bewertung sozialer Informationen

28.10. 2017 von 10 – 17 Uhr und 29.10. von 10 bis 16 Uhr / Teilnahme 180,- €


Soziales Lernen bedeutet, sich neue Verhaltensweisen durch Beobachtung anderer anzueignen.
Neue ethologische Studien des Lehrstuhls für Ethologie an der Eötvös Loránd Universität in Budapest deckten die sozial-kognitiven Fähigkeiten von Hunden auf und bewiesen, dass die sozialen Fähigkeiten der Hunde so weit entwickelt sind, dass Hunde neue Tricks erlernen können, indem sie Menschen einfach nachahmen.
„Do as I do“ (Mach‘s mir nach) ist eine neue Trainingsmethode, die auf den sozialen Fähigkeiten des Hundes basiert, besonders auf seiner Fähigkeit nachzuahmen. Mit dieser Methode werden Hunde neue Verhaltensweisen durch Beobachten und Imitieren ihrer Besitzer lernen.

Die Studie, die unter Leitung vom Dr. Ádám Miklósi durchgeführt wurde, ist schon seit mehreren Jahren weit bekannt.
Claudia Fugazza ist wohl die erste Hundetrainerin und Forscherin der Hunde-Ethologie, die diese Forschungsergebnisse in eine Trainingsmethode entwickelt hat. Hundehalter und Trainer können die Methode: “Do as I do” erlernen und neue Talente und Fähigkeiten in ihrem Hund entdecken,

– Soziales Lernen: Definition, kurze geschichtl. Übersicht
– Soziales Lernen bei Hunden: Was man bisher bei Hunden gefunden hat
– Imitation bei Hunden
– Was mit dem „Do as I Do“-system über kognitive Fähigkeiten bei Hunden herausgefunden wurde
– Wie man die „Do as I Do“ Methode zur Ausbildung von Hunden verwenden kann

Die Funktion einer Gruppe, oder anderen sozialen Zusammenschlüsse, ist unter anderem auch in der Wirkung als Informationszentrum zu sehen. Gegenseitige Weitergabe von Informationen zB. über Nahrung, Feinde, oder sonstige wichtige Umweltfaktoren gehört zu den wichtigsten evolutiven Vorteilen des Gruppenlebens.

Jedoch müssen hierfür auch wichtige kognitive Mechanismen entwickelt werden. Zum einen ist die Entschlüsselung der vom Sozialpartner gelieferten Information wichtig, man muß dessen Hinweise richtig deuten können, aber auch Falschinformationen entlarven. Die Frage fälschungssicherer Signale kann durchaus zu einem Wettrüsten zwischen Sender und Empfänger führen.

Zur Entschlüsselung und Bewertung sozialer Informationen gehört also auch ein komplexer Wahrnehmungs- und Verarbeitungsapparat in Gehirn und Sinnessystem, sowie einschlägige Kapazitäten zur Bewertung.

Evolutiv und ökologisch also ein sehr spannendes Thema.

Für den Praxisteil brauchen wir 1-2 Hunde, die das Do as I do bereits beherrschen und demonstrieren können und 1-2 Anfänger Hunde.
Die Anfänger Hunde sollten in der Lage sein 3 verbale (keine Zeigegesten) Kommandos umzusetzen UND sollte auf jeden Fall das Kommando „sitz und bleib“ beherrschen. Das ist eine fundamentale Grundlage, um mit „Do as I Do“ zu beginnen.
Das Ziel dieses Seminars ist nicht das persönliche Hundetraining, sondern die „Do as I Do“ Methode allen Teilnehmern zu zeigen. Deshalb, wenn ein Hund nicht die genannten Anforderungen erfüllt, kann er nicht am praktischen Teil teilnehmen. Claudia Fugazzas Mitarbeiterin Sara Tagliati, professionelle Hundetrainerin, wird die Videos der Hunde ansehen und evtl.Tips für ein weiteres Training geben. Wir haben festgestellt, dass durch diese Vorgehensweise alle Teilnehmer möglichst umfangreiche Kenntnisse im Rahmen eines Wochenendseminars bekommen.

Referenten:

Dr. Udo Ganslosser, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und verständliche Weise über die kognitiven Fähigkeiten des Hundes aus biologischer Sicht referieren.

Dr. Claudia Fugazza , PhD in Ethologie bei Prof. Miklosi (Eotvos Lorand Universität Budapest) mit einem Forschungsprojekt über die sozial-kognitiven und Imitations-Fähigkeiten von Hunden, unter Einsatz des „Do as I do“ Protokolls.
Sie arbeitet als Hundetrainerin in der Happy Dog Schule (Como – Italien) spezialisiert auf Verhaltensprobleme und ist Autorin des Buchs und der DVD ?Do as I Do – Il cane impara guardandoci“ herausgegeben von Hagihana