Vorträge und online Vorträge 2024

April 2024

online Vortrag mit Gerrit Stephan

Do. 11.04.2024 19:00 – 21:30 Uhr Kosten: 35,- € (inkl. MwSt.)

Trennungsangst beim Hund

Alleine in der Wohnung zurückgelassen zu werden ist für viele Hunde ein Alptraum.

Ein Teil dieser Hunde bereitet ihren Menschen durch anhaltende Lautäußerungen, Zerstörung von Einrichtungsgegenständen oder Verlust der Stubenreinheit große Probleme. Solche trennungsbedingten Verhaltensweisen sind weit verbreitet und führen nicht selten zur Abgabe der betroffenen Hunde.

  • Verschiedene Facetten von trennungsbedingtem Verhalten
  • Trennungsstress als eigenständiges emotionales System
  • Chronischer Stress und seine Folgen
  • Genetische Faktoren: Domestikation, künstliche Selektion, Zucht
  • Umwelt-Faktoren: Lernerfahrung, Gewöhnung, Erziehung
  • Prävention: Auswahl des Hundes, umsichtige Eingewöhnung, Haltung und Erziehung.
  • Problemlösungen: Management, Hilfsmittel, Trainingselemente

Im Rahmen dieses Vortags geht es um die wichtigsten theoretischen Grundlagen.

Referent: Gerrit Stephan ist Biologe und seit seit 2007 im eigenen Unternehmen als Hundetrainer und Verhaltensberater tätig.

Seine Hauptgebiete sind das Ausdrucksverhalten der Hunde, Trennungsprobleme beim Hund und die Betreuung von Familien, die einen Hund aus dem Tierschutz übernommen haben. Die erfolgreiche Integration von Tierschutzhunden, das Begleiten des Zusammenwachsens dieser Mensch-Hund-Teams machen ihm sehr viel Freude.

Seit 2013 arbeitet Gerrit Stephan für die ATN als Autor und Dozent im Bereich Hundewissenschaften und betreut dort mehrere Skripte: Ausdrucksverhalten, Aggressionsverhalten und Trennungsstress.

Zudem leitet er das Studienprojekt „Bello allein zu Haus“, das sich mit dem Verhalten von Hunden in Trennungssituationen beschäftigt. Unter seiner Leitung werteten Schülerinnen und Schüler der ATN hunderte Stunden Videomaterial aus, die Ergebnisse dieser Studie befinden sich unter dem Titel „Pet dogs home alone – a videobased study“ zur Zeit im Peer-Review-Prozess eines renommierten wissenschaftlichen Magazins.

Mai 2024

online Vortrag mit Prof. Dr. Adam Miklosi

Bindung und Trennung zwischen Mensch und Hund

Di. 07.05.2024 19:00 – 21:30 Uhr Kosten: 35,- € (inkl. MwSt.)

Die Bindung ist der „alpha“ und „omega“ der Mensch-Hund Beziehung wobei Mensch kein “alpha“ und Hund kein „omega“ ist. Oft wird es als „magisches“ Wort benutzt, doch viele wissen nicht, woher das Konzept stammt.

Im Vortrag wird das ethologische Konzept der Bindung eingeführt und erklärt, warum dieses Thema so wichtig für den Hundehalter ist. Unsere Forschungsgruppe war die erste, die sich mit dem Thema Bindung beschäftigt hat. Wenn wir den Effekt der Domestikation herausfinden möchten, müssen wir die Bindung von Menschen sozialisierten Wölfen und Hunde vergleichen, und untersuchen in welchem Sinne Mensch-Hund Bindung eine Rolle im alltäglichen Leben spielen kann. Die Bindung zum Menschen kann objektiv bezeichnen, dafür gibt es schon lange gewisse Verhaltensteste. Am Ende werden wir auch die Wechselwirkung zwischen Bindung und Abhängigkeit diskutieren.

Meisten Hunde reagieren sehr heftig, wenn sie für eine kurze oder längere Zeit von dem Besitzer oder Besitzerin separiert werden. Separation kann dem Hund schaden, wenn er für zu lange Zeit allein gelassen wird. Manche Hunde entwickeln sogenannte Separations-verhaltensweisen, die dann sehr schwer unterbrechen werden können. Der Bindungstyp des Besitzers kann also zu Separationsprobleme führen, und der Erflog der Intervention hängt von den originalen Ursachen ab.

Dr. Adam Miklosi, – spricht sehr gut deutsch – wird in unterhaltsamer Form ausführlich über Verhalten und Kognition referieren und darüber, wie Hunde Probleme lösen. “Budapest ist seit Jahren eine Metropole der Verhaltensforschung an Hunden. Unter dem Forschungsleiter Dr. Adam Miklosi wurde an der Budapester Eötvös Universität die weltweit größte Arbeitsgruppe zur Erforschung der Beziehung Hund und Mensch aufgebaut. Im Unterschied zu früheren Forschungen werden die Versuchstiere hier systematisch gemeinsam mit ihren Bezugspersonen getestet. Denn wenn es um soziale Intelligenz geht, muss man beide Partner im Blick haben. 

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