APRIL 2020

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Angelika Lanzerath in Düsseldorf
 
Workaholics kontra Gelassenheit: Hütehunde – Herdenschutzhunde
 
Samstag, 25. April 2020 von 10 – 17 Uhr /  
Teilnahme 95,- € (beide Tage zusammen Sa + So: 180,- €) jeweils incl. 19 % MwSt.
 
Die beiden Rassegruppen der Hütehunde und der Herdenschutzhunde unterscheiden sich in nahezu allen Bereichen ihres Verhaltens
Während die einen darauf selektiert wurden, eng mit dem Menschen zu kooperieren, sollten die andere ihren Job so gut wie ohne Anleitung ausführen.
 
Unterschiede im Hirnstoffwechsel, in den durch Selektion geänderten und herausgezüchteten Verhaltensbereichen, in der bereitschaft zur Kooperation mit dem Menschen in schwierigen Situatioen und in der beeinflussbarkeit durch Umweltreize sind wissenschaftlich erwiesen.
Diese Befunde werden als grundlage für nachfolgende Trainings- und Haltungshinweise zunächst dargelegt
 
Verhaltenstendenzen bei diesen Hundetypen:
 
Hütehunde:
  • Beschäftigung rund um die Uhr? 
  • Was sagt der Zeitplan freilebender Hunde dazu?
  • Wie sollte die Erziehung aussehen?
  • Der optimale Familienhund?
  • Probleme im Alltag mit Hütehunden. 
  • Risiken für Stereotypien, Zwangshandlungen und Epilepsie  kontra Lernfähigkeit und Trainierbarkeit.
 
Herdenschutzhund
  • Neotenie (Verjugendlichung )und Entwicklungsgeschwindigkeit
  • Die sprichwörtliche „Sturheit“ verhaltensbiologisch „durchleuchtet“ (u.a. hormoneller Hintergrund
  • Territorialität und Xenophobie (Fremdenfurcht)
  • Herdenschutzhund = kein Familienhund?
  • Erziehung von Herdenschutzhunden
  • Probleme im Alltag mit Herdenschutzhunden
 
 
Die Referenten: 
 
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.  
 
Angelika Lanzerath: lebt mit mehreren Kuvacz Hündinen zusammen, hat 2002 nach langer Zusammenarbeit mit Günther Bloch die Hunde-Farm „Eifel“ übernommen, Abteilung „Erziehung“. Seit 2016 führt sie ihre „Hundeschule Angelika Lanzerath“. Sie ist anerkannte Sachverständige (LHG NRW) und sieht sich als Dolmetscherin zwischen Mensch und Hund. Unzähligen Mensch-Hund-Teams vor allem mit verhaltensauffälligen Vierbeinern konnte sie schon Hilfestellung geben.  Sie ist Buchautorin und hält bundesweit Seminare und Vorträge zu Themen rund um den Hund.  
Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Angelika Lanzerath
   
Aggression aus  verhaltenstherapeutischer und biologischer Sicht
 
Sonntag, 26. April 2020 von 9.30 – 16.30 Uhr /
Teilnahme 95,- € (beide Tage zusammen Sa + So: 180,- €) jeweils incl. 19 % MwSt.
 
Aggression wir störend oft empfunden, derweil sie mit Krawall verbunden, dabei sind die (mindestens drei) Formen der Aggression wichtige biologische Regulationsmechanismen, die ein Zusammenleben von Organismen bei gleichzeitiger Sicherung der Überlebenschance des Individuums regeln. 
Konflikt und Kooperation sind zwei Seiten einer Medaille, beide schaffen im Sozialleben den optimalen Kompromiss und Interessenausgleich.
 
Udo Gansloßer wird in der Theorie und Angelika Lanzerath mit praktischen Beispielen und aus jahrzehntelanger trainerischer Erfahrung abwechselnd folgende Themen behandeln, jeweils im Wechselgesang und ohne exakte inhaltliche Aufteilung:
  • was ist Aggression im verhaltensbiologischen Sinne
  • Gründe aggressionsbedingter Verhaltensweisen in Bezug auf Gene und Aufzuchtbedingungen?
  • welche Bedeutung hat Aggression im kommunikativen Miteinander von Hunden
  • Was geht in einem Hund vor sich, der als gefährlich gilt und was sollte man beachten?
Formen der Aggression: 
  • Angstaggression:  Auswirkung von Kastration bei  Rüde/Hündin
  • Dominanzaggression? Gibt es sie wirklich? 
  • “ Beuteaggression“, ein oft benutzter Begriff, aber was bedeutet er?  Sind Sie auf Ihr schnitzel wütend??
  • Futteraggression 
  • Offensive und defensive Aggression 
  • Aggression im Haus / Auto / auf dem Spaziergang 
  • Aggression Menschen / Hunden gegenüber 
  • Aggression an der Leine /im Freilauf Autoaggression 
Die Befunde aus der neueren Aggressionsforschung lassen hormonelle und neuronale Steuerung, aber auch Erkrankungen mit aggressionsauslösenden Symptomen besser verstehen. Verhaltensbiologische Untersuchungen und Modellrechnungen zeigen den Zusammenhang zwischen Wert einer Beziehung und Eskalation, zwischen Risiko und De-Eskalation. Eine Betrachtung der Biologie der Aggression muss aber auch stammesgeschichtliche und individualgeschichtliche Befunde berücksichtigen. Nur so kann verstanden werden, warum manche Rassen, oder manche Individuen sich hier völlig anders verhalten als andere, und wie eventuell auch eine generelle Beeinflussung aggressionsproblematischer Tiere erfolgen kann.
 
 
Die Referenten: 
 
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.  
 

Angelika Lanzerath: lebt mit mehreren Kuvacz Hündinen zusammen, hat 2002 nach langer Zusammenarbeit mit Günther Bloch die Hunde-Farm „Eifel“ übernommen, Abteilung „Erziehung“. Seit 2016 führt sie ihre „Hundeschule Angelika Lanzerath“. Sie ist anerkannte Sachverständige (LHG NRW) und sieht sich als Dolmetscherin zwischen Mensch und Hund. Unzähligen Mensch-Hund-Teams vor allem mit verhaltensauffälligen Vierbeinern konnte sie schon Hilfestellung geben.  Sie ist Buchautorin und hält bundesweit Seminare und Vorträge zu Themen rund um den Hund.  

MAI 2020

Tagesseminar mit Robert Mehl, Psychologe und Sophie Strodtbeck, Tierärztin in Düsseldorf

„Is‘ das ein Rüde?“

Über die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen

Samstag, 23. Mai 2020 von 10 – 17 Uhr / Teilnahme 95,- €

Wer kennt sie nicht, die Frage, die einem auf Hundewiesen regelmäßig entgegen schallt?
Viele Verhaltensweisen des Hundes werden an seinem Geschlecht festgemacht, und so hält sich zum Beispiel auch das Gerücht, dass Rüden mit anderen Rüden per se unverträglich sind, und Hündinnen kleine Zicken sind.

In diesem Seminar schauen wir uns an,

  • was an den geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen tatsächlich dran ist
  • welchen Einfluss die Sexualhormone auf den Hund haben.

Wir beginnen im Gehirn und betrachten, welche Funktion diesbezüglich der Hypothalamus und die Hypophyse haben, die aus dem Gehirn heraus die Sexualorgane ansteuern und die Steuerung der Sexualhormone übernehmen.

  • Wie wirken diese auf den Körper und auf andere Hormone?
  • Welchen Einfluss haben sie tatsächlich auf Angst, Aggression, Antrieb?
  • Macht Testosteron aggressiv und Östrogen zickig?
  • Oder ist es doch ganz anders, als es scheint?
  • Und welchen Einfluss hat eine Kastration?

Außerdem werfen wir einen Blick auf geschlechtsspezifische Erkrankungen und deren Prophylaxe und besprechen, was man beim intakten Hund prophylaktisch tun kann.

Tagesseminar mit Robert Mehl, Psychologe und Sophie Strodtbeck, Tierärztin in Düsseldorf

Die Entwicklung des Hundes über das Hundeleben – und was das für die Praxis bedeutet

Vom Welpen zum Senior aus verhaltensmedizinischer und neuropsychologischer Sicht  

Sonntag, 24. Mai 2020 von 10 bis 17 Uhr / Teilnahme 95,- €

Das Gehirn entwickelt sich aus der Interaktion von Genen und Umwelt. Dieser Prozess beginnt noch vor der Geburt und endet erst, wenn das Gehirn seine Aktivität im Tod vollständig eingestellt hat. Diese Entwicklung zu verstehen ermöglicht Hundehaltern und Trainern zu verstehen, wie Probleme im Erleben und Verhalten von Hunden entstehen, und wie man die Entwicklung des Gehirns bewusst und unbewusst beeinflusst.

Um Hundeverhalten besser zu verstehen, ist es hilfreich, mehr über die Entwicklung des Hundes und seines Gehirns zu wissen.
Aber auch körperlich und hormonell passiert vom Welpen bis zum Senior allerhand, und das beim Hund aufgrund der insgesamt kürzeren Lebensspanne in rasantem Tempo! 

  • Das Seminar beginnt vor der Geburt des Hundes mit der Entstehung des Gehirns aus der befruchteten Eizelle, seiner pränatalen Entwicklung und der Interaktion von Umwelt (pränatale Erfahrungen, Gifte, Stress, u. a.) und Genetik in diesem Stadium. Indem wir betrachten, was in diesem Entwicklungsschritt schiefgehen kann, wird verständlich, warum einige Welpen bereits mit Problemen zur Welt kommen. 
  • Nach der Geburt beginnt der erste große Umbau des Gehirns. Umwelteinflüsse gewinnen jetzt an Bedeutung.
    Das Gehirn des Welpen durchlebt verschiedene Entwicklungsschübe und sensible Phasen. Indem wir die Prozesse in dieser Phase betrachten, verstehen wir mehr darüber, was Welpen brauchen und warum sie es brauchen.
  • In der Pubertät erfährt das Gehirn erneut einen bedeutsamen Umbau.
    Jetzt tritt die Persönlichkeit deutlich hervor, Empathie und Selbstkontrolle gewinnen an Bedeutung, aber auch die Sexualhormone spielen eine wichtige Rolle.
    Wir betrachten das Gehirn und das Hormonsystem beim Erwachsenwerden und verstehen dadurch, was pubertierende Hunde leisten können (und was nicht) und welche Bedingungen ihnen helfen, verlässliche Sozialpartner zu werden.
    Außerdem schauen wir uns die körperlichen Veränderungen in der Pubertät an und besprechen, was in dieser Entwicklungsphase die wichtigsten Lerninhalte sind.
  • Auch das erwachsene Gehirn bleibt plastisch, verändert sich, ermöglicht dadurch lebenslanges Lernen auf kognitiver und emotionaler Ebene.
    Zu wissen, wie das Gehirn lernt, ermöglicht uns zu verstehen, wie z. B. psychische und Verhaltensstörungen entstehen und unter welchen Bedingungen sich Erleben und Verhalten verändern kann.
  • Im Alter nehmen die degenerativen Prozesse zu, was auch zu körperlichen Gebrechen führt. Erkrankungen wie Demenz können auftreten. Aber auch alte Hunde können lernen und sich verändern.
    – Was kann man tun?
    – Welche Beschäftigungen sind sinnvoll, um der Demenz entgegen zu wirken?
    – Welchen Einfluss hat die Fütterung?
    – Wie kann man die körperliche Gesundheit des Hundes positiv beeinflussen?

Indem wir die Entwicklung des Hundes über die gesamte Lebensspanne betrachten, werden Zusammenhänge deutlich, die bei der Betrachtung nur einzelner Lebensphasen verloren gehen. Nach dem Seminar haben die Teilnehmer einen ganzheitlicheren Blick auf ihren Hund und können ihre Erziehungs- und Trainingsmaßnahmen auf seine Entwicklung, seine neurobiologische Struktur und deren Bedürfnisse abstimmen.

JUNI 2020

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Dr. Adam Miklosi in Düsseldorf 

Der Effekt von Genen auf das Verhalten…. …..und was sonst noch Einfluß hat?!

Samstag, 6. Juni 2020 von 10 -17 Uhr / Teilnahme 95,- € / beide Tage (Sa und So zusammen) 180,- €

Dr. Adam Miklosi: Der Effekt von Genen auf das Verhalten
Es gibt kein Verhalten ohne Gene
Während diesem Tagesseminar werden Sie die Grundlagen der Genetik lernen. Ohne dieses Wissen kann man das Verhalten der Hunde nicht verstehen. Man spricht so viel über „vererbtes Verhalten“ oder sogar „instinktives Verhalten“ aber wenige wissen, was man unter diesen Begriffen wirklich verstehen sollte.
Die Gene aktivieren sich schon vor der Geburt, und bestimmen viele Verhaltensweisen. Sie bieten den Grund für die Domestikation und Selektion.

Wir probieren die grössten Fragen zu beantworten: 

  • Was ist vererbt und was ist erworben? 
  • Kann man überhaupt auf diese Fragen antworten? 

Ohne Genetik geht es sicher nicht, und ohne Genetik kann man auch nicht verstehen warum es so viele Rassen gibt, und warum die meisten Rassen trotzdem soviele Ähnlichkeiten zeigen.
Ohne genetisches Wissen sollte man überhaupt keine Hunde züchten dürfen, und wir werden (leider) auch sehen wohin das Mangel an genetisches Studium führte: Die meisten Rassenhunde leiden von hunderte genetisch bedingten Krankheiten, die sie nicht loβ werden können. 
Sollte man neue Rassen erstellen, oder irgendwie die jetzigen verbessern?
Die Gene haben einen starken Einfluss auf spezifische Verhaltensformen, wie z. B. Aggression. Kann man diese Effekte kontrollieren oder verhindern? Kann man für spezifische Verhaltensweisen in Hund selektieren? 

Dr. Udo Ganslosser: … und was sonst noch Einfluss hat
Neben der genetischen Veranlagung sind, gerade auch durch neuere Studien, eine Reihe weiterer Abhängigkeiten des zukünftigen Verhaltens bekannt geworden:

  • Wurfgröße und Wurfzusammensetzung können zukünftige Verhaltenseigenschaften ebenso beeinflussen wie Erfahrung und Temperament der Mutter, Kontakte zu Babysittern und zum Menschen, oder die Sinnesreize in der Umgebung.
  • Geschlechtsunterschiede im Verhalten, speziell im Spiel, sind zwar durch das genetisch vorgegebene Geschlechtshormonsystem vorbereitet, aber über die Wurfzusammensetzung wirken sie sich dann auch weiterhin als wichtige Steuerungsfaktoren aus. Und letztlich zeigen Rasseunterschiede im Auftreten und der Intensität von Spiel und Ernstverhalten dem zukünftigen Welpen auch wieder unterschiedliche Wege auf.
  • Der Vergleich des Embryologen Waddington, wonach die Jungtierentwicklung dem Verlauf einer Kugel ähnelt, die auf dem Gipfel eines Berges fallengelassen wird und durch unterschiedliche Wege zu Tal rollen kann, wird uns durch den Tag begleiten.

Genetik ist dabei eine der Talwände die den Weg steuern. Aber es gibt auch andere….

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Dr. Adam Miklosi in Düsseldorf

Wahrnehmungsfähigkeiten von Hunden
Mit alles Sinnen im Einsatz / Hörfähigkeit / Geruchssinn / Magnetsinn

Sonntag, 7. Juni 2020 von 9.30 – 16.30 Uhr / Teilnahme 95,- € (beide Tage Sa und So 180,- €)

Dr. Adam Miklosi: Wahrnehmungsfähigkeiten von Hunden

Wahrnehmung ist das Grund des Überlebens und diese Kapazität muss immer der gewissen Umwelt angepasst sein. Obwohl man so viel über hündische Talent und Arbeitsfähigkeit weiß, gibt es so wenige Kenntnisse über die Wahrnehmungsfähigkeiten der Hunde. Bis zur letzten Zeiten glaubte man, dass Hunde nur schwarz-weiß sehen können, und die Gedanke, dass Hunde zur jeder Zeit in eine ‚Geruchswolke‘ überlebt bis zu heute. Und was für welche Töne hören sie oder nicht, weiß auch keiner.

Um Hunde wirklich schätzen zu können, müssen wir gute Daten über ihre Wahrnehmungsfähigkeiten haben. Nur in diesem Fall kann man eine gewisse Leistung von ihnen erwarten. 

  • Wie gut oder wie weit kann ein Hund sehen, und 
  • welche Wahrnehmungsmöglichkeiten benutzt ein Hund, wenn er mit Menschen kommuniziert. 
  • Hört er wirklich alles was man ihm sagt, und was ist das unterschied zwischen Hören und Verstehen?

In diesem Tagesseminar besprechen wir Sehvermögen, Hören und Riechen durch die Erläuterung der modernsten wissenschaftliche Befunde.

Lieder sind diese meisten wissenschaftliche Versuche sehr kompliziert, und man muss auf sehr viele Kleinigkeiten achten. Solche Information ist aber sehr wichtig sonst können wir nie wissen und verstehen, wie ist es möglich, dass Hunde Krebs vom Harn oder vom Atem riechen können, und ob man diesen Talent in der Diagnostik benutzen kann oder (doch) nicht. 

Dr. Udo Ganslosser: Mit alles Sinnen im Einsatz: Hörfähigkeit / Geruchssinn / Magnetsinn

Gerade in den letzten Jahren wurden aber noch weitere, zusätzliche Sinnesleistungen von Hunde(artige)n bekannt.
Letztlich ist das Verständnis von Sinnesleistungen immer aus dem ökologischen Zusammenhang heraus zu sehen, indem diese Sinne entstanden.
Und weil solche Anpassungen dann auch so lange evolutiv erhalten bleiben, wenn sie nicht stören oder schaden, können wir bei den Sinnesanpassungen unserer Hunde schon noch auf die Ausgangssituation bei Wildcaniden und auch gerade beim Wolf zum Vergleich zurückgreifen. Aber auch hier sind zB Rassemerkmale noch dazugekommen:

  • der Magnetsinn – magnetische Ausrichtung bei Hunden
  • eventuell ein Wärmesinn / Wärmedetektor Hundenase,  
  • besondere Leistungen des Riech- und Sehvermögens in Anpassung an Aktivität und Lebensraum.
  • Zum Verständnis der Sinnesleistungen geht es nicht ganz ohne Physik, aber auch die tut fast nicht weh…..


REFERENTEN
Dr. Udo Ganslosser, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch sowie Gastvorlesungen an anderen Instituten durch, übernimmt Beratungstätigkeiten für Zoos, Tierparks und Tierheime, Fortbildungsveranstaltungen und Publikationsbetreuung. Dr. Ganslosser ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.

Dr. Adam Miklosi, – spricht sehr gut deutsch – wird in unterhaltsamer Form ausführlich über Verhalten und Kognition referieren und darüber, wie Hunde Probleme lösen. “Budapest ist seit Jahren eine Metropole der Verhaltensforschung an Hunden. Unter dem Forschungsleiter Dr. Adam Miklosi wurde an der Budapester Eötvös Universität die weltweit größte Arbeitsgruppe zur Erforschung der Beziehung Hund und Mensch aufgebaut. Im Unterschied zu früheren Forschungen werden die Versuchtiere hier systematisch gemeinsam mit ihren Bezugspersonen getestet. Denn wenn es um soziale Intelligenz geht, muss man beide Partner im Blick haben. 

 

AUGUST 2020

Wochenendseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Dr. Martin Fischer in Düsseldorf

Verhalten, Physiologie und Anatomie des Hundes, –
eine faszinierende Reise durch den ganzen Hund, besonders dessen Bewegungssystem, sowie seine Organe und ihre Funktionen.

Sa. 1. August 2020 von 10 – 17 Uhr / So. 2. August 2020 von 9.30 bis 16.30 Uhr  / Teilnahme: 180,- € incl. 19 % MwSt.

nur in der Zusammenschau von Befunden aus Anatomie, Funktionsmorphologie, neurobiologischen Funktionen und Verhalten erschließt sich ein Gesamtverständnis der komplexen Zusammenhänge im Hund. Im Dialog beider Wissenschaftler werden Evolution und Funktion in einzigartiger Weise erläutert.

Verhalten, Physiologie und Anatomie bilden eine Einheit, deren Zusammenspiel entschlüsselt werden muss, um Organismen und in unserem Falle Hunde immer besser zu verstehen.
Die Anatomie des Bewegungsapparates und seine physiologische Leistungsfähigkeit machte den Wolf zu einem der ausdauerndsten Läufer mit einem spezifischen Jagdverhalten. 
Auch bei domestizierten Wölfen also Hunden bestimmt dies noch immer den Bedarf an Auslauf, an Lauf- oder Sprintmöglichkeiten u.ä..

Die langjährigen JenaerStudien zur Fortbewegung verschiedener Hunderassen und zu deren funktioneller Anatomie werden den Zuhörern so vorgestellt, dass scheinbar komplexe Sachverhalte verstanden werden.

In den letzten Jahren forschten
Dr. Martin Fischer und sein Team nicht mehr nur am Bewegungsapparat des Hundes, sondern auch an 

  • Schädel 
  • Schädelform 
  • Bezahnung 
  • Bindegewebe / Faszien. 
  • seit 2017 neue Erkenntnisse zu Kreuzbandrissen verschiedener Hunderassen
  • eine Doktorarbeit zum Thema Agility brachte ebenfalls neue Erkenntnisse 

Dr. Udo Ganslosser:

  • Erkenntnissen zum Verhalten, besonders auch dessen hormoneller Grundlagen, 
  • die Wechselwirkungen zwischen neuronaler Reifung, Entwicklung und Stabilisierung der Hormon- und Botenstoffsystem und dem jweils vorher stattfindenden Verhalten führen längerfristig zu individueller Verschiedenheit von Verhaltensstrategien bei Hunden.
  • Aspekte wie etwa sensible Phasen, bahnende Wirkung von chemischen und elektrischen Vorgängen mit oft lebenslangen Wirkungen, sowie die ebenfalls oft lebenslang oder zumnindest langanhaltenden Beeinflussungen durch medzinische Aspekte gerade auch in den sensiblen Phasen folgen durchaus ähnlichen Zusammenhängen wie in der Beeinflussung anatomischer Strukturen durch Bewegungen.

 

Referenten: 
Prof. Dr. Dr. h.c.Martin S. Fischer, Institut für Zoologie und Evolutionsforschungmit Phyletischem Museum, Friedrich- Schiller-Universität Jena
PD Dr. Udo Gansloßer, Priv. Doz. für Zoologie am Zoologischen Institut und Museum der Universität Greifswald und Lehrbeauftragter am Institut für Zoologie und Evolutionsforschungder Friedrich- Schiller-Universität Jena.

SEPTEMBER 2020

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser  in Alpenrod/ Westerwald

Die Ernährung des Hundes  – 
Wie wirkt sich die Ernährung auf das Verhalten des Hundes aus?

Sonntag, 23. August  von 9.30 – 16.30 Uhr / Teilnahme 90,- €
 
Die biologisch und physiologisch sinnvolle Ernährung der Haus- und Heimtiere stellt viele noch vor große Probleme.  
Berechnung von Diäten und Zusammensetzungen sollte aber keine Gefühlssache, sondern auf fundierte Wissensbasis gestellt sein. 
Erleben Sie eine spannende Einführung in die Biologie der Ernährung und des Stoffwechsels von Säugetieren; 
ein Thema, bei dem wir, wie auch bei dem Thema “Hormone” nicht nur etwas über den Hund, sondern auch über Zusammenhänge im menschl. Körper erfahren.

Einführung in die Biologie der Nährstoffe, Vitamine und  Mineralien:

– die Auswirkung von Vitaminen auf den Hormonhaushalt und das Verhalten
– Was sind die Aufgaben von Vitaminen und Mineralien in der Nahrung?
– Wieviele und welche Vitamine und Zusatzstoffe brauchen Hunde?
– der Zusammenhang zwischen  Aminosäuren und Botenstoffen im Gehirn
– Wie beeinflusst die Ernährung Verhaltensauffälligkeiten von Depression bis Hyperaktivität des Hundes?
– Wie wirken sich Fettsäuren auf die Stressresistenz  aus?

 
Referent: 
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und  verständliche Weise erklären, wie Nährstoffe, Vitamine und Mineralien wirken, wie der Stoffwechsel funktioniert und welche  Ernährung beim Hund biologisch und physiologisch sinnvoll ist.
Dieser Vortrag ist Hundefreunden und -besitzern, aber auch  Züchtern, Hundetrainern und Tierärzten gleichermaßen zu empfehlen!

SEPTEMBER 2020

Tagesseminar mit Dr. Udo Ganslosser und Angelika Lanzerath in Alpenrod / Westerwald
 
Will der wirklich nur spielen?
 
12. September 2020
von 10 – 17 Uhr / Teilnahme 95,- €
 
Neurobiologisch wie lerntheoretisch ist eindeutig belegt daß fehlende Spielmöglichkeiten in der Jungtierzeit grobmotorische Bewegungsmängel, soziale Verständigungsprobleme, Störungen der räumlichen Orientierung und wahrscheinlich sogar ADHS-neigung fördern.
Im Spiel werden Kommunikation, Ritualisierung, Fairness und Beziehungspflege trainiert, und der Hund, der genetisch zwar zu wissen scheint wie man zubeißt aber nicht wie man wieder losläßt, studiert die Möglichkeiten des Konfliktmanagements ein.
Spiel ist also wichtig. Wofür, wann, wie, und auch woran man es erkennt wird in dieser Veranstaltung besprochen.
 
Inhalte des Seminares in Theorie und Praxis:
 
  • Biologische Funktion von Spiel
  • Hormonelle Einflüsse
  • Spielformen
  • Kriterien von Spiel
  • Einfluss von Spiel auf die Beziehung/Bindung (Mensch-Hund und Hund-Hund)
  • Gibt es „Spiel“, das zwischen Mensch und Hund nicht stattfinden sollte?
  • Videosequenzen zu Körpersprache / Spielverhalten, Mobbing
  • Praxisübungen im Freien zum Spiel mit dem Hund
 
 
Die Referenten: 
 
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge.  
 
Angelika Lanzerath: lebt mit mehreren Kuvacz Hündinen zusammen, hat 2002 nach langer Zusammenarbeit mit Günther Bloch die Hunde-Farm „Eifel“ übernommen, Abteilung „Erziehung“. Seit 2016 führt sie ihre „Hundeschule Angelika Lanzerath“. Sie ist anerkannte Sachverständige (LHG NRW) und sieht sich als Dolmetscherin zwischen Mensch und Hund. Unzähligen Mensch-Hund-Teams vor allem mit verhaltensauffälligen Vierbeinern konnte sie schon Hilfestellung geben.  Sie ist Buchautorin und hält bundesweit Seminare und Vorträge zu Themen rund um den Hund.  
 

OKTOBER 2020

Tagesseminar mit Psychologe Robert Mehl in Düsseldorf

Neurobiologische Grundlagen von Aggression bei Hunden.
Was wir von Gewaltstraftätern und Psychopathen über aggressive Hunde lernen können.

Samstag 24.10.2020 von 10:00 – 17:00 Uhr / Teilnahme 95,- €

Aggressionen von Hunden und Menschen haben etwas gemeinsam: sie entstehen im Gehirn.
Der grundlegende Aufbau und die Funktion des Gehirns von Hund und Mensch unterscheiden sich artübergreifend nicht.
Vor diesem Hintergrund lade ich dazu ein, über den Tellerrand hinauszuschauen in eine Disziplin, die viele gesicherte Erkenntnisse zum Thema Aggression anzubieten hat: die Neurowissenschaft.

Zunächst definieren wir den Begriff der „Aggression“ aus psychologischer Sicht und sehen uns ein modernes, in den Neurowissenschaften aktuell verwendetes Modell der Aggression an.
Wir beschäftigen uns mit den Prozessen, die im Gehirn bei verschiedenen Formen der Aggression ablaufen, beleuchten den Faktor Stress sowie weiteren Faktoren, die an aggressiven Interaktionen beteiligt sind und verlassen das Gebiet der gesunden Aggression für einen Ausflug ins Reich der Störungen im Aggressionsbereich aufgrund von z. B. Traumata, Hirnverletzungen oder ungünstigen Lernerfahrungen. Daneben fragen wir auch nach der Persönlichkeit des Hundes und der Rolle der Genetik.

Wesentliche Unterschiede  im Umgang mit verschiedenen Aggressionsformen werden vor diesem Hintergrund verständlich.
Das Modell bietet dann verschiedene Ansatzpunkte, an denen man als Halter oder Trainer in das aggressive Verhalten des Hundes eingreifen kann.

Auf dieser Grundlage können die Teilnehmer ihre bisherigen Strategien im Umgang mit Aggressionen bei Hunden kritisch bewerten und gegebenenfalls weitere Trainings- und Umgangsformen selbständig entwickeln.

Referent:
Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. 

Tagesseminar mit Robert Mehl in Düsseldorf

Neurobiologische Grundlagen von Angst bei Hunden und wie sie entsteht.

Sonntag 25.10.2020 10:00 – 17:00 Uhr / Teilnahme 95,- €

Wie entwickeln sich eigentlich Angst im Körper und Gehirn eines Hundes?
Und warum funktionieren einige Trainings- und Therapieansätze so gut und andere gar nicht?

Wir nehmen die Frage nach der Angst von zwei Seiten in die Zange: Robert Mehl gibt aus neuropsychologischer Sicht tiefe Einblicke in das System der Neurotransmitter, die als Botenstoffe im Gehirn arbeiten und ihre Zusammenarbeit mit Nervensystem und Stresshormonen im Körper. Auf der anderen Seite beleuchten wir die psychodynamischen Faktoren, die bei Angst eine Rolle spielen wie Stressoren, Persönlichkeit, Selbstwirksamkeitserleben und Bindungserfahrungen.

Damit niemand unterwegs verloren geht, beginnen wir mit einer kleinen Einführung in die Neuroanatomie des Hundes, so dass sich jeder Teilnehmer nach kurzer Zeit im Gehirn seines Hundes zurechtfindet.

Dann kommen die Stressoren und verschiedene Stressmodelle ins Spiel. Wir identifizieren, welche Hormone Angstsymptome verstärken, welche gegensteuern können und wie man als Hundehalter und Hundetrainer gezielt oder versehentlich auf Gas und Bremse treten kann.

Weil einige Hormone auch als Neurotransmitter im Gehirn wirken und das Gehirn seinerseits die Ausschüttung von Hormonen steuern kann, steht als nächstes ein Besuch in diesem komplexen Organ auf dem Plan. Wir suchen nach der Quelle der Angst tief im Gehirn und erforschen ihre Beziehung zum Hormonsystem am Beispiel der Stresshormonachse. Schnell wird verständlich, wie es zu den manchmal sehr beeindruckenden körperlichen Begleiterscheinungen von Angst kommt.

Wir besprechen dann das Thema Angsterkrankungen und grenzen diese von „normaler“ Angst ab. An dieser Stelle sprechen wir auch über die Wirkung von (Verhaltens-) Therapie und Psychopharmaka, Genetik und Epigenetik.

Am Ende des Seminars verstehen die Teilnehmer das komplexe Zusammenspiel von Gehirn und psychodynamischen Wirkfaktoren beim Erleben der Angst. Halter von ängstlichen Hunden und Trainer können sich eine eigene, kritische Meinung zu den auf dem Markt angebotenen Trainings- und Therapievorschlägen bilden und gezielter die passenden Ansätze für ihren Hund auswählen.

REFERENT: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.). Er absolvierte therapeutische Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ („dogument“). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Magdeburg mit dem Forschungsschwerpunkt „Neurobiologische Grundlagen von Aggression“ und Autor von neurowissenschaftlichen Fachartikeln. Danach arbeitete er als Systemischer Therapeut mit seiner von „dogument“ zertifizierten Therapiehündin in einer Jugendanstalt und derzeit als Psychologe in einer Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. 

ANMELDUNG:
bitte Thema und  Referent angeben

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Von der Tierärztekammer Schleswig Holstein und Niedersachsen als Fortbildung für zertifizierte Hundetrainer anerkannt