Seminare 2024

Juni 2024

Tagesseminar mit Dr. PD Dr. Udo Ganslosser in der Teamschmiede Tiemann in Hilden

Die Ernährung des Hundes  – 
Wie wirkt sich die Ernährung auf das Verhalten des Hundes aus?


Samstag 22.06.2024  von 10.00 – 17.00 Uhr Kosten: 160,- € (inkl. MwSt.)


Die Ernährung eines Tieres, z. B. Hund, ist viel mehr als nur die reine Biochemie.

Aus zoologischer Sicht beginnt das Thema bei Nahrungswahl, Nahrungszusammensetzung und auch dem Zeit-etc-aufwand des Nahrungserwerbs.

Auch Sättigung, oder Bedarfsdeckung allgemein, spielen eine Rolle. Satt sein ist mehr als die Abwesenheit von Hunger.

Dabei spielen Rückkopplungskreise, durch Hormone und Sinnesorgane, ebenso eine Rolle wie die innere Uhr oder Prägungs- und Erfahrungsprozesse.

Die Sinnesausstattung eines Hundes ist von erheblicher Wichtigkeit bei der Frage einer tier- und verhaltensgerechten Ernährung ( z. B. Art und Dichte der Geschmascksrezeptoren auf der Zunge zeigt dass der Hund WEDER reiner Fleischfresser NOCH Veganer/Vegetarier ist)

Erst nach diesen allgemeinen Betrachtungen können dann z.B. die Bedeutung einzelner Nährstoffe ( Kohlenghydrate, Fette, Eiweiße) oder noch genauer deren Bausteine ( bestimmte Aminosäuren als Grundbausteine von Hormonen und Neurortransmittern) in der Verhaltenssteuerung verstanden werden

 
Referent: 
Dr. Udo Gansloßer, Priv.Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und  verständliche Weise erklären, wie Nährstoffe, Vitamine und Mineralien wirken, wie der Stoffwechsel funktioniert und welche  Ernährung beim Hund biologisch und physiologisch sinnvoll ist.

Dieser Vortrag ist Hundefreunden und -besitzern, aber auch  Züchtern, Hundetrainern und Tierärzten gleichermaßen zu empfehlen!

Tagesseminar mit Dr. PD Udo Ganslosser in der Teamschmiede Tiemann in Hilden

Des Menschen Ehrgeiz gegen des Hundes Biologie – Probleme der modernen Hundezucht –

So. 23.06.2024 Zeiten: 09:30 – 16:30 Uhr Kosten: 160,- € (inkl. MwSt.)

Nicht erst seit der Verschärfung der Qualzuchtvorschriften fragen sich viele hundebegeisterte Leute wie es soweit kommen konnte. Eine
funktionale Erklärung findet man zumindest teilweise in einigen evolutionsbiologischen Erscheinungen : Der sog durchgeknallten oder durchgegangenen Selektion (runaway selection, siehe eiszeitlicher Riesenhirsch), dem erweiterten Phänotyp ( man schmückt sich mit außergewöhnlichen Attributen) und der Verengung genetischer Vielfalt bei Bevorzugung weniger begehrter Paarungspartner/innen („popular sire“)

Wir werden uns diese Phänomene, die letztlich menschlich-psychologisch genauso evolutiv erklärbar sind, auch ausführlich widmen. 

Aber dazu kommen dann eben die Konsequenzen in körperbaulicher (Riesenwuchs, Zwergwuchs, …), physiologischer (Temparaturegulation, Hirnfunktion), medizinischer (unvollständiger Schädelverschluß, brüchige Knochen…) und genetischer (Farben, Gendefekte..) Hinsicht.

Verstehen können wir diese Probleme nur in biologischer Gesamtsicht. Lösen aber nur durch Heranziehung von Marketing- und Politikberatung, vorzugsweise solchen Leuten die es schon geschafft haben Wahlkampagnen in letzter Minute zu drehen. Denn leider sind bei vielen dieser Probleme, wie Umfragen immer wieder zeigen, die Verbraucher/innen, also Hundekäufer/innen, sehenden Auges und entgegen fachlicher Beratung in das Unglück gelaufen.

Dr. Udo Gansloßer, Priv. Doz. für Zoologie am Zool Institut und Museum der Univ. Greifswald und Lehrbeauftragter am Phylogenetischen Museum und am Institut für Spezielle Zoologie der Universität Jena, führt regelmäßig Kurse in Verhaltens- und Tiergartenbiologie durch, ist bekannt für seine äußerst kompetenten und unterhaltsamen Vorträge. Er wird auf spannende und  verständliche Weise erklären, wie Nährstoffe, Vitamine und Mineralien wirken, wie der Stoffwechsel funktioniert und welche  Ernährung beim Hund biologisch und physiologisch sinnvoll ist.
Dieser Vortrag ist Hundefreunden und -besitzer, aber auch  Züchtern, Hundetrainern und Tierärzten gleichermaßen zu empfehlen!

 

August 2024

Wochenendseminar in mit Dr. PD Udo Ganslosser und Prof. Dr. Dr. Martin Fischer in der Teamschmiede Tiemann in Hilden

Aufbau und Funktion des Hundes

Sa./So. 03.08.-04.08.2024 Kosten: 260,- € (inkl. MwSt.)

Unsere Hunde stammen von einem auf Ausdauer und Familienbeziehungen spezialisierten Vorfahren ab. Aber gerade im Vergleich zu manch anderer Gruppe der Carnivora sind Hunde bemerkenswert unspezialisiert im Körperbau. Doch diese geringe Spezialisierung z. B. im Gebiss hat die Canidae weltweit so erfolgreich gemacht.

In jüngerer Zeit wurde durch züchterische Einseitigkeit und Unverantwortlichkeit oft das „Gesamtkonzept Hund“ einseitig verändert, ohne die Folgen zu überblicken. Was verändert sich eigentlich alles, wenn auf Kurzschnäuzigkeit gezüchtet wird? Das Thema Qualzucht wird sich daher durch alle unsere Ausführungen ziehen. Wir werden versuchen, in einer Zusammenschau aus funktioneller Anatomie und Physiologie mit Entwicklungsbiologie, Genetik und Verhalten zu erklären, wie alles zusammenhängt.

Unter Anderem werden wir folgende Themen berühren:

Die Neuralleiste als Ursprung vieler Organe und zentralen Ort der Domestikationsveränderungen oder zu was übertriebene Freundlichkeit führen kann.

Das System „Kopf“, warum dicke Köpfe , kurze Kiefer und fehlende Schnauzen so viele Veränderungen bringen, was es mit dem legendären „Kaudruck“ auf sich hat und was die Kaumuskulatur leistet.

Den Bewegungsapparat mit seinen Knochen, Bändern, Gelenken und Muskeln, aber auch den „zuliefernden Energieorganen“ Herz, Kreislauf und Atmung und den dabei tätigen Hormonen. 

Hormondrüsen und ihre Zusammenhänge mit Erkrankungen, Genetik und Stress. Cortison und Cortisol.

Die Körperfärbung und Pigmentierung, Unterschiede in den Haaren. 
Gehirn und Sinnesorgane, auch solche die erst neu erforscht wurden (Magnetsinn, Wärmesinn…)
Und warum steter Leinenzwang, Überfettung und möglicherweise Kastration den ganzen Hund „krank wie Hund“ machen.

Die Referenten:
Prof. Dr. Dr. h.c.Martin S. Fischer, Institut für Zoologie und Evolutionsforschungmit Phyletischem Museum, Friedrich- Schiller-Universität Jena

PD Dr. Udo Gansloßer, Priv. Doz. für Zoologie am Zoologischen Institut und Museum der Universität Greifswald und Lehrbeauftragter am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung Friedrich- Schiller-Universität Jena.

September 2024

Tagesseminar mit Robert Mehl im Pfotenhof Mönchengladbach

Stress und Resilienz

Sa. 14.09.2024 Kosten: 160,- € (inkl. MwSt.)

Um zu überleben, müssen sich Tiere – auch Hunde und Menschen – an die Veränderungen in ihrem Körper und der Umwelt anpassen können. Sie müssen relevante Reize wahrnehmen, verarbeiten, die richtigen Entscheidungen treffen und diese so schnell wie möglich in Verhalten umsetzen, welches manchmal buchstäblich über Leben und Tod entscheidet.

Die neurobiologischen Mechanismen, die sich im Verlauf der Evolution herausgebildet haben, passen oft nicht mehr zu den modernen Lebensbedingungen unserer Hunde. So wird Stress heute oft in Situationen ausgelöst, in denen Hunde nichts zu fürchten haben und in denen kämpfen mehr schadet als nützt. Dieser Stress kann chronisch werden und führt dann nicht selten zu körperlichen und psychischen Erkrankungen.

Einige Individuen sind jedoch erstaunlich widerstandsfähig gegenüber Stress. Wir schauen uns an, welche Faktoren zur Stresstoleranz beitragen.

Robert Mehl erklärt, welche neurobiologischen Aspekte im Hintergrund der Stressreaktion zusammenarbeiten. Auch die neurobiologischen Gegenspieler werden beleuchtet, also die Hirnteile, welche die Stressreaktion dämpfen und für Entspannung sorgen. Dadurch wird verständlich, warum und wie Maßnahmen gegen Stressabbau bei Hunden (und Menschen) wirken können.

Zudem sprechen wir über die schützenden Faktoren, welche die Stresstoleranz beeinflussen und wie man Hunde schon ab dem Welpenalter stark machen kann, stressbedingten Erkrankungen zu widerstehen (Resilienzfaktoren).

Das Seminar fasst im Überblick das Phänomen Stress zusammen und gibt Hinweise, wie Hunde mit Unterstützung ihrer Halter besser damit umgehen lernen.

Das Seminar richtet sich an Hundehalter und Hundetrainer. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung bei einem in der Behandlung von psychischen Störungen bei Hunden erfolgreichem Fachtierarzt bzw. Hundetrainer oder Ausbildungsinstitut.

Der Referent: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.) mit therapeutischen Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ (dogument). Seit 2016 ist er freiberuflich als Referent sowie Systemischer Berater und Coach tätig. Zudem ist er aktuell in Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (Schwerpunkt Verhaltenstherapie). Er ist Autor des Buches „Die Psyche des Hundes“ (KOSMOS-Verlag).

Tagesseminar mit Robert Mehl im Pfotenhof Mönchengladbach

Traumata und ihre psychischen Folgen

So. 15.09.2024 Kosten: 160,- € (inkl. MwSt.)

Menschen, aber auch Hunde, die Opfer von Gewalt, jeglicher Form von Missbrauch oder lebensbedrohlichen Umständen wurden, leiden unter Umständen ein Leben lang unter den Folgen. Viele Hundehalter und –trainer werden zunehmend mit traumatisierten Hunden, die z. B. aus dem Tierschutz kommen, konfrontiert. Oft zeigen diese Hunde Verhaltensauffälligkeiten wie Ängste, aggressives Verhalten, Unruhe, stereotypes oder selbstverletzendes Verhalten, die mit herkömmlichen Erziehungs- und Trainingsmethoden nur schwer beeinflussbar sind.

Hunde und Menschen zeigen als Reaktion auf ein Trauma ähnliche Bewältigungsstrategien und entwickeln vergleichbare psychische Symptome bzw. Verhaltensprobleme aufgrund von neurobiologischen Veränderungen ihres Nervensystems. Daher betrachten wir in diesem Seminar die Traumafolgestörungen aus der Perspektive der klinischen Psychologie und der Neurowissenschaft.

Die Traumaforschung zeigt, dass sowohl bei Säugetieren als auch Menschen die Auswirkungen von Traumata an die nächsten Generationen weitergegeben werden können. Wir klären die Mechanismen dieser transgenerationalen Traumatisierung und sprechen in diesem Zusammenhang kurz über Epigenetik und Bindung.

Wir beschäftigen uns außerdem mit der Frage, welche Interventionen und Behandlungsansätze bei der Bewältigung der psychischen Folgen eines Traumas helfen und ob diese auf Hunde übertragbar sind.

Nicht jedes Individuum, das ein Trauma erlebt hat, entwickelt psychische Symptome als Reaktion darauf. Um dies zu erklären, befassen wir uns nicht zuletzt auch mit dem Phänomen der Resilienz, der psychischen Widerstandsfähigkeit, und den schützenden Faktoren, die in der Prävention psychischer Erkrankungen vom Welpenalter an eine wichtige Rolle spielen.

Das Seminar richtet sich an Hundetrainer und Hundehalter, die sich für die neurobiologischen Ursachen und intrapsychischen Zusammenhänge bei der Entstehung von Traumafolgestörungen interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung theoretischer Kenntnisse, die anhand von Beispielen anschaulich beleuchtet werden. Konkrete Fälle der Teilnehmer werden nicht besprochen. Das Seminar enthält keine praktischen verhaltenstherapeutischen Arbeiten und ersetzt keine Verhaltenstherapie und keine Ausbildung.

Der Referent: Robert Mehl ist Diplom-Psychologe und Kriminologe (M.A.) mit therapeutischen Zusatzausbildungen als „Systemischer Berater und Familientherapeut“ (DGSF) und für den „Professionellen Einsatz von Hunden in der Therapie“ (dogument). Seit 2016 ist er freiberuflich als Referent sowie Systemischer Berater und Coach tätig. Zudem ist er aktuell in Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (Schwerpunkt Verhaltenstherapie). Er ist Autor des Buches „Die Psyche des Hundes“ (KOSMOS-Verlag).

ANMELDUNG:
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